Drei Millionen Jobs in USA bedroht

GM lässt Solarworld abblitzen

Die Offerte von Solarworld war ernst gemeint – doch die Absage folgte sogleich. Die US-amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) wies das Angebot des deutschen TecDAX-Unternehmens, Opel zu kaufen, zurück. Derweil drosseln sowohl GM als auch Opel weiter ihre Produktion. In den USA sind Millionen Jobs bedroht.
Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzende der Solarworld AG. Seit Mittwoch dürfte sein Name in Deutschland um einiges bekannter sein. Das Kaufangebot für Opel lehnte GM jedoch umgehend ab. Foto: dpa Quelle: dpa

Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzende der Solarworld AG. Seit Mittwoch dürfte sein Name in Deutschland um einiges bekannter sein. Das Kaufangebot für Opel lehnte GM jedoch umgehend ab. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB RÜSSELSHEIM/WASHINGTON. Das Bonner Unternehmen Solarworld wollte Opel „zum ersten grünen europäischen Autokonzern“ entwickeln. Die Kaufsumme von einer Mrd. Euro bewerteten Branchenexperten als zu niedrig. Sie bezifferten den Unternehmenswert auf drei Mrd. Euro. General Motors (GM) erteilte dem Angebot eine Absage. „Opel steht nicht zum Verkauf“, sagte ein Sprecher in Detroit.

Der Chef der Solarworld AG, Frank Asbeck, sagte, sein Angebot sei ernst gemeint. „Wir haben eine Milliarde Euro liquide Mittel zur Verfügung.“ Opel müsse komplett aus dem GM-Konzern getrennt werden. Zudem erwarte Solarworld „eine Kompensationszahlung von 40 000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz“. Das entspräche insgesamt einer Mrd. Euro. Die Solarworld-Aktie stürzte nach der Mitteilung um bis zu 21 Prozent auf 12,88 Euro ab.

Opel macht etwa drei Viertel des GM-Europageschäfts aus. Nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ braucht Opel im „schlimmsten anzunehmenden Fall“ eine Bürgschaft über 1,8 Mrd. Euro in den Jahren 2009 und 2010. Angesichts der Krise will der Autobauer die Produktion um bis zu zehn Prozent in fast allen europäischen Werken drosseln, wie Opel-Chef Hans Demant sagte.

Der ums Überleben kämpfende US-Autokonzern GM und seine deutsche Tochter Opel drosseln derweil weiter die Produktion. Opel gewann am Mittwoch die Unterstützung des hessischen Landtags für eine Bürgschaft von bis zu 800 Mio. Euro, die im Falle einer Pleite des Mutterkonzerns das Überleben sichern könnte. Unerwartetes Interesse für das deutsche Traditionsunternehmen mit seinen gut 25 000 Mitarbeitern zeigt das führende Solarunternehmen Solarworld, das Opel zu einem „grünen“ Autokonzerns umbauen will.

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