Dreier-Allianz
GM zeigt sich offen

Bereits Mitte Juli will sich GM-Chef Rick Wagoner nach Informationen aus Kreisen mit dem Chef der konkurrierenden Autobauer Nissan Motor und Renault, Carlos Ghosn, zu Beratungen über eine Dreier-Allianz treffen.

HB DETROIT/PARIS. Einige Direktoriums-Mitglieder des weltgrößten Autobauers General Motors (GM) hätten ihre Unterstützung für solch ein Projekt signalisiert, sagte am Mittwoch eine mit der Situation vertraute Person weiter. Frankreich, das noch 15 Prozent an dem ehemaligen Staatsunternehmen Renault hält, kündigte an, es sei Sache des Unternehmens, ob es mit dem US-Konzern GM enger zusammenarbeiten wolle. Der französische Autobauer Renault kontrolliert die Japaner mit einem 44-prozentigen Anteil. Nissan ist seinerseits mit 15 Prozent an Renault beteiligt.

GM will nach eigenen Angaben bereits am Freitag bei einem ohnehin geplanten Direktoriumstreffen über eine Dreier-Allianz beraten. Bereits vergangene Woche sprach die Unternehmsführung darüber, ohne aber konkrete Ergebnisse zu nennen.

GM-Großaktionär, US-Milliardär und Eigentümer der Investmentfirma Tracinda, Kirk Kerkorian, hatte den angeschlagenen Autohersteller vergangene Woche dazu gedrängt, eine Allianz mit Renault und Nissan zu prüfen. Der europäische und der asiatische Autobauer sollen bereit sein, bis zu 20 Prozent an GM zu kaufen. Voraussetzung für eine Allianz sei aber ein konkretes Angebot von GM, hatte es geheißen.

In einem japanischen Zeitungsbericht wurde am Mittwoch über die Ausgestaltung der Kooperation spekuliert. Demnach sehen Nissan und Renault drei Kern-Bereiche für eine mögliche Zusammenarbeit: Die Beschaffung von Teilen und die Bereiche Umwelt- sowie Sicherheitstechnologie, wie die Zeitung „Nihon Keizai“ schrieb. Eine Nissan-Sprecherin bezeichnete den Bericht als spekulativ.

Die Meinung des DaimlerChrysler-Chefs Dieter Zetsche, der als einer der Väter der Fusion von Daimler-Benz mit Chrysler und als späterer Chef der US-Tochter aus Erfahrung spricht, fiel verhalten aus. Er warnte vor zu hohen Erwartungen an solch eine Allianz. „Was die jüngsten Spekulationen über diese Allianz betrifft, geht es um ziemlich hohe Stückzahlen, aber ein beschränktes zusätzliches Sparpotenzial“, sagte er in Tokio. Die Sparpotenziale etwa durch die Verwendung gleicher Zulieferteile seien bei Stückzahlen von mehr als einer Million gering.

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