Drittes Quartal
Europas Firmen glänzen 2006

In Europa blicken die großen Unternehmen vor Beginn der Berichtssaison zum dritten Quartal weitaus optimistischer in die Zukunft als noch zu Beginn des Jahres. In fast allen Branchen steigen die Gewinnschätzungen. Zwei von ihnen geben jedoch Anlass zur Sorge.

DÜSSELDORF. Der Finanzdatenspezialist Factset/JCF geht davon aus, dass die 600 größten Firmen im laufenden Jahr ihren Nettogewinn um 13 Prozent steigern. Das sind 45 Prozent mehr als noch bei den Schätzungen im Januar. Bei Factset laufen die Erwartungen aller großen Investmentbanken zusammen. Für die 50 größten Konzerne verdoppelten sich die Erwartungen auf immerhin 6,5 Prozent.

„Das starke Wachstum der Weltwirtschaft und kostensparende, renditeorientierte Managemententscheidungen in den Unternehmen begründen diese überraschende Entwicklung“, sagt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Vor allem in Kernbranchen wie Industrie und Chemie stehen die Ampeln auf grün (siehe Grafik). Grund für kräftige Ergebniskorrekturen nach oben ist die starke Nachfrage aus dem Ausland. 2006 wächst die Weltwirtschaft das dritte Jahr in Folge um gut fünf Prozent. Das gab es seit 30 Jahren nicht mehr.

Während Analysten mit Blick auf 2007 vorsichtig sind und nur noch ein Wachstum mit einstelliger Rate erwarten, gehen die Unternehmen auch ins neue Jahr optimistisch. Sie rechnen durchschnittlich mit einer Steigerung ihrer Gewinne um elf Prozent. Das zeigt eine Umfrage der amerikanischen Duke University in Zusammenarbeit mit der Erasmus-Hochschule in Rotterdam unter gut 100 europäischen Unternehmen. Danach will die Hälfte ihre Investitionsausgaben mit Blick auf die nächsten zwölf Monate erhöhen. Insgesamt steigen demnach die Investitionen um sechs Prozent. Vor drei Monaten hatten die Firmen noch einen Prozentpunkt weniger veranschlagt.

Mit Blick auf das laufende Jahr gehen die Erwartungen am stärksten für Rohstoff- und Energiekonzerne wie Anglo American, Eni und Total nach oben. Kalkulierten die Unternehmen zu Jahresbeginn noch mit einer Stagnation ihrer Umsätze und Gewinne, so rechnen sie jetzt beim Nettogewinn mit einem Sprung um durchschnittlich ein Drittel. Analysten warnen aber vor Enttäuschungen. „Weil der Ölpreis entgegen den Erwartungen monatelang weiter steil nach oben ging, passten die Analysten ihre Erwartungen auch für die Gewinne an. Jetzt droht der umgekehrte Effekt“, warnt Klude. Öl verbilligte sich binnen der letzten zwei Monate um ein Viertel.

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