Drittgrößte Aluminiumhütte in Deutschland
Heftiger Streit um Hamburger Aluwerk entbrannt

Der Hamburger Stahlunternehmer Jürgen Großmann erhebt schwere Vorwürfe gegen die drei Aluminiumkonzerne Norsk Hydro, Alcoa und Austria Metall AG (Amag). „Die Begründung für den Abbruch der Verkaufsverhandlungen über HAW sind fadenscheinig und zynisch“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding (GMH) dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. „Um die Eitelkeit einiger Großkonzerne zu befriedigen, wird ein überlebensfähiger Industriestandort in Deutschland geopfert.“ Ein Hydro-Sprecher wies die Anschuldigungen zurück. In einer Pressekonferenz am Dienstag werde man die Gründe für die Schließung des Standorts detailliert erläutern. Am Freitag legten 100 HAW-Mitarbeiter aus Protest gegen das endgültige Aus die Arbeit nieder.

Tags zuvor hatten die Gesellschafter der Hamburger AluminiumWerk GmbH (HAW) das Übernahmeangebot der GMH für die drittgrößte Aluminiumhütte in Deutschland abgelehnt. Das Fortführungskonzept „biete keinen angemessenen Schutz im Falle einer späteren Insolvenz für die Altgesellschafter und die Beschäftigten“, teilten die drei Unternehmen mit, denen die HAW zu gleichen Teilen gehört.

Noch am Donnerstag führte Großmann, einzig verbliebener Kaufinteressent für HAW, gemeinsam mit Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) in London Gespräche mit einem Aluminiumoxidproduzenten, der künftig die Rohstoffversorgung der 270 Schmelzöfen der HAW sicherstellen sollte. „Wir sind zum Narren gehalten worden“, empört sich der GMH-Chef. Norsk Hydro habe nie ein ernsthaftes Interesse an einer Rettung der Hütte gehabt und den 450 Mitarbeitern mit dem Eintritt in Verhandlungen falsche Hoffnungen gemacht.

Die HAW-Eigentümer hatten bereits im Juni beschlossen, große Teile der Produktion zum Jahresende stillzulegen. Als Grund führten sie damals die stark gestiegenen Strompreise an, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb der energieintensiven Primär-Aluminiumerzeugung über das Jahr 2005 hinaus verhinderten. Strom ist der wichtigste Produktionsfaktor bei der Aluminiumerzeugung. Auf ihn entfallen 38 Prozent der Kosten. Bis zum Jahresende profitiert HAW noch von günstigen Altverträgen. Das Unternehmen schreibt schwarze Zahlen.

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