Drittgrößter deutscher Energieversorger
EnBW muss Einbußen hinnehmen

Die Eingriffe der Regulierungsbehörde haben in den vergangenen sechs Monaten das Ergebnis des rekordverwöhnten Energiekonzerns EnBW belastet.

HB STUTTGART. Nachdem die Bundesnetzagentur die Entgelte für die Netznutzung gesenkt hatte, hat die Karlsruher Energie Baden-Württemberg (EnBW) 61 Mill. Euro auf ihre Gasnetze abgeschrieben. Das drückte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im ersten Halbjahr 2008 trotz steigender Umsätze um 4,8 Prozent auf 975 Mill. Euro, wie EnBW mitteilte. Der Gewinn nach Anteilen Dritter ging um 14 Prozent auf 632 Mill. Euro zurück. Auch im Stromgeschäft fürchtet der Konzern eine weitere Senkung der Netznutzungsentgelte und will deshalb sparen.

Die Bundesnetzagentur wolle die Entgelte für die Nutzung der Stromnetze 2008 erklärtermaßen senken. Gleichzeitig könnten die steigenden Kosten etwa für Verlust- und Regelenergie und für die Anbindung von Windanlagen auf hoher See nicht in Preiserhöhungen umgemünzt werden. "Deshalb streben wir an, durch das Aufsetzen von Effizienzprogrammen in den Konzernnetzgesellschaften den Ergebnisrückgang möglichst moderat zu gestalten", hieß es im Zwischenbericht. Einen Verkauf der eigenen Stromnetze nach dem Vorbild der Konkurrenten Eon und Vattenfall Europe lehnt die EnBW ab.

Insgesamt werde der um Sondereffekte bereinigte Gewinn im Stromgeschäft aber 2008 steigen, während der Konzern bei Gas einen leichten Rückgang erwarte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) - die neue Steuerungsgröße von Vorstandschef Hans-Peter Villis - werde 2008 leicht steigen. Im ersten Halbjahr stieg es um zwölf Prozent auf 1,02 Mrd. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 9,4 Prozent auf 8,07 Mrd. Euro.

Vorstandschef Hans-Peter Villis zog ein positives Fazit des ersten Halbjahrs: "Die Ergebnisentwicklung ist angesichts der gestiegenen Herausforderungen, insbesondere im regulatorischen Umfeld, aber auch auf der Beschaffungsseite gut." Die operative Ertragslage sei eine gute Grundlage für Investitionen in das Wachstum. In den ersten sechs Monaten seien die Investitionen um 27 Prozent auf 414 Mill. Euro gestiegen. EnBW baut ein neues Steinkohlekraftwerk in Karlsruhe und entwickelt vier Windparks vor der deutschen Ost- und Nordseeküste. Vor kurzem hatte EnBW für rund zwei Mrd. Euro 26 Prozent am Oldenburger Regionalversorger EWE gekauft.

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