Drive Now und Car2Go Sixt macht Weg für Carsharing-Fusion frei

Die Fusion der beiden deutschen Carsharing-Anbieter Drive Now und Car2Go hat eine wichtige Hürde genommen. Sixt verkauft seine Beteiligung an BMW. Nun könnte eine Allianz der Töchter von BMW und Daimler schnell folgen.
Update: 29.01.2018 - 14:45 Uhr 1 Kommentar
Drive Now und Car2Go: Sixt macht Weg für Carsharing-Fusion frei Quelle: DriveNow
Auto von Drive Now in Berlin

Sixt verkauft seine Beteiligung an dem Carsharing-Anbieter.

(Foto: DriveNow)

MünchenDer Autovermieter Sixt hat den Weg für einen Zusammenschluss der Carsharing-Angebote von BMW und Daimler freigemacht. Sixt verkaufte seinen 50-Prozent-Anteil am Münchner Carsharing-Anbieter Drive Now am Montag für 209 Millionen Euro an den Münchner Autokonzern, dem bereits die andere Hälfte der Anteile gehört. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörden steht noch aus, die Freigabe wird zwischen April und Juni erwartet.

Mit einer Fusion von Drive Now und Daimlers Carsharing-Anbieter Car2Go sei nun im ersten Halbjahr zu rechnen, heißt es aus Industriekreisen. Für einen Zusammenschluss galt bisher die Beteiligung von Sixt an Drive Now als Hürde. Vorstandschef Erich Sixt hatte das Gemeinschaftsunternehmen mehrfach als „Juwel“ gerühmt. Der komplette Verkauf seiner Anteile bringt ihm jetzt einen Sonderertrag von rund 200 Millionen Euro vor Steuern.

BMW-Digitalvorstand Peter Schwarzenbauer sagte, Mobilitätsdienste gehörten zu den Eckpfeilern der Unternehmensstrategie. „Bis 2025 wollen wir 100 Millionen Kunden für unsere Premium Mobilitätsangebote begeistern. Mit Drive Now als hundertprozentiger Tochter haben wir alle Optionen für eine strategische Weiterentwicklung unserer Services in der Hand.“

Über die Pläne der beiden Autobauer, sich gegen den amerikanischen Mitfahrdienst Uber zu verbünden, war bereits vor mehr als einem Jahr das erste Mal berichtet worden. Reuters erfuhr vergangene Woche von einem Insider, dass die Fusionsgespräche kurz vor dem Abschluss stehen.

Drive Now hat heute europaweit gerade mal eine Million Kunden, Car2Go drei Millionen. Beide Unternehmen machen keine Angaben über Umsatz und Verluste. Aber Carsharing gilt als wichtiges Zukunftsfeld im Wettbewerb der Autobauer mit Internet-Plattformen wie Google oder Uber. „Die Erfahrungen unserer Mobilitätsdienstleistungen sind für uns auch mit Blick auf künftige autonome, elektrifizierte und vernetzte Flotten relevant“, sagte Schwarzenbauer. Daher baue BMW sein Angebot von Diensten wie Drive Now, Reach Now, Park Now und Charge Now weiter aus. Der Erwerb der Sixt-Anteile sei der nächste logische Schritt.

Auch Sixt versteht sich längst als Anbieter von Mobilität, bei dem Kunden Fahrzeuge für die Dauer von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Jahren bekommen können. Diese Position könne der Konzern jetzt, nach dem Ausstieg bei Drive Now, unabhängig weiter ausbauen, sagte Strategievorstand Alexander Sixt. Ob und welches Konkurrenzangebot geplant ist, ließ das Unternehmen offen.

Fürs Erste bleiben Sixt und BMW beim Carsharing ohnehin noch miteinander verbandelt: „Die IT, die notwendig ist, um das Geschäft von Drive Now zu steuern, ist eine Entwicklung von Sixt und bleibt bei Sixt", sagte ein Firmensprecher. Drive Now könne diese Dienstleistung noch für einen Übergangszeitraum nutzen. Wie lange dies dauert und was es kostet, sagte er nicht.

BMW hatte für die gemeinsame Carsharing-Firma im Wesentlichen die Autos und die Technologie zum Öffnen bereitgestellt, Sixt sich um Reservierung, Abwicklung, Schadens- oder Flottenmanagement gekümmert. Die beiden Unternehmen kündigten an, weiter gute Partner bleiben zu wollen. Sixt bietet in seiner Vermietflotte zahlreiche Fahrzeuge aus dem Hause BMW an. Der Autovermieter ist nach eigenen Angaben in rund 100 Ländern mit mehr als 215.000 Fahrzeugen am Start. Drive Now hat gut 6000 Wagen der Marken BMW und Mini in 13 europäischen Metropolen in seiner Flotte.

  • dpa
  • rtr
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1 Kommentar zu "Drive Now und Car2Go: Sixt macht Weg für Carsharing-Fusion frei"

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  • Danke, lieber Herr Erich Sixt, kluge Entscheidung!

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