Drohende Übernahme: Hochtief formiert die Abwehr

Drohende Übernahme
Hochtief formiert die Abwehr

Hochtief stärkt sich im Kampf gegen die Übernahme durch den spanischen Konzern ACS. Konzernchef Lütkestratkötter verpflichtet nach der Credit Suisse nun auch Goldman Sachs. Doch auch die Gegenseite scheint gut gerüstet.
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DÜSSELDORF/FRANKFURT. Deutschlands größter Baukonzern hat überraschend ein Team der US-Investmentbank Goldman Sachs als Berater an Bord geholt, obwohl das Schweizer Finanzhaus Credit Suisse den Essener Baukonzern bereits seit längerem berät. „Die Experten von Goldman Sachs sollen das Team von Credit Suisse nicht ersetzen“, versuchte ein Hochtief-Sprecher, Missdeutungen vorzugreifen, „sondern ergänzen.“

Nach Handelsblatt-Informationen ist Credit Suisse im Auftrag von Hochtief seit zwei Jahren als Bank für die Verteidigung gegen einen potenziellen Angreifer zuständig. Offensichtlich haben die Schweizer Experten jedoch von der drohenden ACS-Übernahmeattacke nichts gemerkt.

Deshalb hat Lütkestratkötter bereits Montagabend Goldman Sachs zusätzlich ins Boot geholt. Gestern Abend traf sich der Vorstandschef zu ersten Gesprächen mit Goldman über eine Abwehrstrategie. Bei der deutschen Goldman-Tochter in Frankfurt ist das Industrieteam zuständig. Deutschlandchef Alexander Dibelius, der schon manche Abwehrschlacht führte, wird zeitweise persönlich dabei sein.

Die Deutsche Bank geht als Berater erst einmal leer aus. Sie ist zwar Hausbank von Hochtief. Sie wird aber nach Handelsblatt-Informationen erst im Laufe des Verfahrens zum Beraterstab hinzustoßen. Außerdem vertraut Hochtief den Branchenkreisen zufolge auf den Rechtsbeistand der renommierten Kanzlei Hengeler Mueller.

Lütkestratkötter setzt also auf eine ganze Armada an Beratern. Denn die Situation ist aus seiner Sicht ernst. Der spanische Bau- und Energiekonzern ACS hatte ihn Ende vergangener Woche mit einem Übernahmeangebot überrascht und verstimmt. ACS kündigte an, seinen Anteil an Hochtief in einem ersten Schritt von heute 29,98 auf über 30 Prozent durch Aktientausch zu erhöhen. In einem zweiten Schritt wollen die Spanier Aktien über die Börse kaufen, um schließlich „knapp über 50 Prozent“ zu erreichen und Hochtief zu kontrollieren.

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