Drohende Enteignung

Repsol-Aktionäre verlieren Milliarden

Die von Argentiniens Regierung angestrebte Verstaatlichung der Repsol-Tochter YPF sorgt in Spanien, bei der EU und bei Anlegern für Empörung. Die Folgen der Enteignung wären in mehrfacher Hinsicht gravierend.
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Demonstranten reklamieren in Buenos Aires die größte Erdölfirma des Landes für die Argentinier. Quelle: dapd

Demonstranten reklamieren in Buenos Aires die größte Erdölfirma des Landes für die Argentinier.

(Foto: dapd)

Buenos Aires, MadridDie drohende Verstaatlichung der argentinischen Tochter YPF hat Repsol am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Die Aktien des spanischen Ölkonzerns fielen um bis zu neun Prozent auf ein 22-Monats-Tief von 15,90 Euro. Dies ist der größte Kurseinbruch seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Repsol verlor damit binnen eines Tages knapp zwei Milliarden Euro an Börsenwert.

Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner hatte am Montag trotz internationaler Proteste angekündigt, sie werde den Kongress um die Zustimmung für eine Übernahme von 51 Prozent der Repsol-Tochter YPF bitten und legte einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Die Regierung hat die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Energie sei lebenswichtig, begründete Kirchner den Schritt, den Repsol in einer ersten Reaktion als „illegal“ bezeichnete.

In einer Erklärung, die bei einem Treffen der Präsidentin mit ihren Ministern und Gouverneuren verlesen wurde, wird YPF zum „öffentlichen Versorgungsunternehmen“ erklärt. Die verstaatlichten Anteile sollen zwischen dem argentinischen. Staat und den erdölfördernden Provinzen aufgeteilt werden.

Bislang hält Repsol 57 Prozent der YPF-Anteile. Die größte Erdölfirma Argentiniens verfügt über zwei Fünftel der vermuteten Ölreserven des Repsol-Konzerns und steuert rund ein Viertel des Betriebsgewinns bei.

„Die Unwägbarkeiten rund um die Enteignung von YPF wird die Aktie kurzfristig stark belasten“, schrieben die Analysten von Macquarie Equities Research in einem Kommentar. Sobald Klarheit herrsche, könnte sich allerdings eine Chance zum Einstieg eröffnen. Ihre Kollegen von der Citigroup und Merrill Lynch senkten die Kursziele für Repsol auf 20,50 beziehungsweise 23,80 Euro.

Spanischer Minister spricht von „feindlicher Entscheidung“
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22 Kommentare zu "Drohende YPF-Verstaatlichung: Repsol-Aktionäre verlieren Milliarden"

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  • 3. Sie wissen auch nicht, was Geldpolitik ist und welche Aufgabe die Notenbanken haben. Die EZB hat die Geldwertstabilität als übergeordnetes Ziel- ein nebenbei bemerkt höchst soziales Ziel, denn inflation betrifft überproportional die einkommensschwächeren Bürger. Ausserdem hat die Notenbank, die Geldversorgung sicherzustellen. Der "marktgerechte Zins" ergibt sich aus Kreditnachfrage und -angebot im Zusammenspiel mit der Notenbankpolitik. Was wollen Sie uns denn mit Ihrer Aussage vorschlagen? Soll die Notenbanken die Zinsen erhöhen? Deutschland bräuchte sogar höhere Zinsen, im Gegensatz zu den Peripherieländern! Wollen Sie Spanien und Italien in das Griechenlandverderben schicken? Ist das Ihr Vorschlag? Nebenbei sei bemerkt, das in den Schwellenländern im vergangenen Jahr ein restriktivere Geldpolitik (höhere Zinsen = niedrigeres Wachstum) eingeschlagen wurde, um Inflation einzudämmen.

    4. Was ist übrigens negativ an einer Kreditfinanzierung von Unternehmen? Sollen Unternehmen sich ausschließlich über Eigenkapital finanzieren? Tauschen Sie Ihre Spareinlagen gegen eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft die keine Fremdfinanzierung hat? Auch in diesem Zusammenhang empfehle ich den Blick in Bilanzen und ein sich Beschäftigen mit vernünftiger Bilanzpolitik.

    5. Sie schließen aus der Landspekulation einzelner auf das Verhalten der gesamten Wirtschaft. Das Spekulieren, d.h. das Einsetzen von Kapital für Wirtschaftgütern, die nicht produktiv eingesetzt werden ist die absolute Ausnahme!! Land, Gebäude, Maschinen, Wissen und Patente wollen bewirtschaftet werden um Gewinne abzuwerfen. Und dafür braucht es Mitarbeiter, die Einkommen erzielen und versteuern wie auch die Gewinne besteuert werden. Schon mal das aktuelle deutsche Steueraufkommen gesehen??
    6. Aus Unzulänglichkeiten einer sehr erfolgreichen Wirtschaftsordnung /-systems Ihre Schlüsse zu ziehen, ist halt typisch deutsch. Verbieten Sie doch das Auto, weil Leute bei Rot über die Ampel fahren!

    6.

  • Sie haben Null Ahnung von Wirtschaft.
    1. Die größten Gewinnen werde von Unternehmen im Hochlohnsektoren erzielt und das ohne Fremdfinanzierung. Schon mal die Bilanz von SAP, Apple oder Microsoft gesehen?
    2. Die Bilanzen welcher Unternehmen sind denn ohne Aussagekraft und man sollte nicht darauf investieren? Die Betriebsgebäude, Werkzeuge etc. eines 5 Mann Handwerksbetriebes sind nicht Werthaltig? Oder erst die des Kunden dieses Unternehmens, sagen wir einem 50 Mann Metallverarbeiteten Betriebes der wiederum für eine 500 Mann zulieferer arbeitet, der vielleicht noch eine Betriebsstätte in Polen hat? Oder vielleicht die Bilanz dessen Kunden, der Siemenskonzern? Sind dessen Betriebsgebäude, Maschinen, patente, Produkte, Warenlager, Forderungen an Kunden alles nur Schall und Rauch? Haben nur börsennotierte Konzerne eine wertlose Bilanz oder auch Familienunternehmen, die 80-90% der Unternehmen und 2/3 der Arbeitsplätze ausmachen? Ihre empfehlung ist dann sicherlich, das die alle ihr Geld aus dem Unternehmen ziehen und Gold in der Schweiz bunkern? Sie haben noch nie eine Bilanz gesehen!!
    3. Die Qualität der Arbeitsplätz steigt und steigt. Ebenso die Bezahlung. In China in den letzten Jahren um 16% p.a. Leiharbeit ist in Deutschland für die Betroffenen einerseits nichts Schönes, andererseits hat DE dank Leiharbeit die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung und die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Schon mal in Spanien gewesen? Gibt es in einer globale, gerechten Welt eine Menschrecht, das besagt, dass ein deutscher Geringqualifizierter das Vielfache eines Chinesischen Arbeiters verdienen muß? Dass sich der Indische Softwareentwickler nicht an einem Deutschen oder Amerikaner messen darf? Kapieren Sie endlich, dass die freie Marktwirtschaft -trotz aller unzulänglichkeiten- der Weltbevölkerung einen unglaublichen Wohlstand beschert hat und Sie und ich in der Eierstocklotterie gewonnen haben, weil wir hier in Deutschland geboren wurden!!





  • Hier das beste Beispiel von unseren bedürftigen Autoindustrie hier in D. Ich will mir gar nicht vorstellen wie es im Ausland läuft. Ich weiß das sind alles Einzelfälle.

    http://www.youtube.com/watch?v=Iv3kiwMvTro

  • Die grössten Gewinne werden durch billige Produktion und Fremdkapitalleverage generiert. Würden die Zinsen marktgesteuert und nicht zentralbankgesteuert würden 80% der Staaten und 60% der Unternehmen sofort pleite.
    Unternehmen haben schon ein Schuldenproblem wenn man sich die Eigenkapitalquoten anschaut. Diese hohen Schulden werden nie getilgt und werden derzeit wie bei den Staatsschulden nur noch gerollt. Das wird sich rächen da das Spiel nicht unendlich weiterläuft wie man jetzt schon bei den meisten entwickelten Staaten sehen kann.
    Bilanzen lesen lohnt nicht mehr wenn man weiß wie sie entstehen und wozu sie gemacht werden. Wer heute Investitionsentscheidungen auf grund einer Bilanz tätigt ist verloren.
    Arbeitsplätze schaffen ist nicht alles, die Qualität ist entscheidend. Derzeit werden sogar in Europa immer mehr Jobs in Niedriglohnsektor verlagert und diese Leute kommen mit einem Job nicht mehr aus und brauchen Hilfe vom Staat. Hier werden versteckt Unternehmen mit Steuergelder subventioniert die es nicht nötig haben und teilweise auch keine Steuern bezahlen. Was ist hier fair und nachhaltig ?
    Ich habe nirgendwo geschrieben dass eine Agrarbewirtschaftung in Zukunft ohne große Unternehmen und ohne moderne Technik durchgeführt werden soll. Es muss verhindert werden dass Konzerne und Privatpersonen alles Land aufkaufen und der kleine Mann aussen vor bleibt. Und da kommt eine Bodenreform ins Spiel.

  • Na, es doch auch mit etwas mehr Substanz, du sparst diesmal nicht an nachvollziehbaren Argumenten und vestrickst dich nicht in Widersprüche.

    Zunächst bin ich mit Dir übereins, dass der Kapitalismus / Martkwirtschaft gerechter werden muß und es beständiger Verbesserung bedarf. Löhne, wie Sie in diesen Ländern immer noch gezahlt werden sind nicht gerecht.

    Hinschtlich vieler Argumente würde es Die nicht schaden etwas tiefer sich mit den Fakten zu beschäftigten.

    Unternehmen haben überwiegend kein Schuldenproblem, sondern Staaten und Private. Unternehmen haben aus der vergangenen Krisen gelernt, dass nur gute Bilanzen nachhaltig sind. Es lohnt sich, sich mal mit den Bilanzen von Unternehmen zu beschäftigen.

    Hinsichtlich Deiner Kritik, dass Unternehmen nur Absatzmärkte suchen: Mit den Absatzmärkten kommen Arbeitplätze, die Unternehmen in Osteuropa, Asien und Letainamerika geschaffen haben und auch sehr gute. Chinesische Arbeiter sind glücklich, wenn Sie in einer deutschen Fabrik in China arbeiten können. Die Ausbeuter sind überwiegend lokale Unternehmen.

    Warum sprichst Du den Menschen in diesen Ländern ab, frei zu entscheiden, was sie mit ihrem Geld tun? Warum keine Handy? Warum kein Auto? Schreibst du auch dem deutschen Harz IV empfänger vor, dass er kein Handy und Fernseher braucht?

    Deine Vorstellung von der Bewirtschaftung von Boden ist - sorry- naiv. Ohne große Agrarkonzerne, Bewirtschaftung von riesigen Flächen mit gigantischen teurer Technik würde die halbe Welt verhungern. Die Vorstellung, dass Personen das Land pachten und bewirtschaften geht auf einem kleinen Biobauernhof, ist aber nicht geeignet um Milliardenvölker wie in China zu ernähren. Ja, die alterhergebrachte Landwirtschaft in diesen Ländern kommt dann unter die Räder, so wie die Landwirtschaft in deutschland mit der industriellen Revolution. Das ist ein sehr schmerzhafter Prozess, aber die Chinesen wollen ihn wie die Mehrheit der deutschen nicht mehr zurückwollen.

  • @ratlos Du bist so ahnungslos wie ratlos du bist.
    Du sagst dass die Aktionäre und Unternehmen für den Wohlstand in Asien und Lateinamerika und überhaupt verantwortlich sind.
    Die Unternehmen haben in Osteuropa, Asien und Lateinamerika investiert weil sie neue Absatzmärkte und billige Arbeitskräfte brauchen um den kapitalistischen Kettenbrief weiter am Leben zu halten und nicht weil sie an den Wohlstand dieser Menschen interessiert sind. Ohne neue Schulden ist der Kapitalismus gestorben (wir erleben gerade wie gesund der Kapitalismus ist), und da alle Unternehmen nur Schuldner sind brauchen sie billige Arbeitskräfte und neue Absatzmärkte um ihre Schulden bedienen zu können. Der armen Bevölkerung dort werden überteuerte Handys und Autos als Lifestyle und Wohlstand aufgeschwatzt und dafür dürfen sie für 10€ im Monat 14 Stunden am Tag 7 Tage die Woche schuften. Das ist modernes Sklaventum.
    Was den Boden angeht hast du auch nichts verstanden und kommst mir herabsetzend mit deinem Couleur daher. Nein es sollten keine staatlichen Betriebe das Land bearbeiten sondern nur besitzen und sinnvoll verwalten. Wer es bearbeiten möchte oder drauf wohnen will sollte es vom Staat verpachten. Damit ist ausgeschlossen dass Fläche brach liegt und nur zum Spekulationsobjekt wird. Es gibt Unternehmen die ganze Landstriche in Südamerika aufkaufen und tun nichts damit sondern spekulieren nur auf höhere Preise. Damit und mit Steuergelder subventionierte billige Exporte von Agrarerzeugnisse wird in diesen Ländern die Landwirtschaft kaputt gemacht. Damit können normale Bauern nicht mithalten und müssen ihren Boden wiederum billig verkaufen weil Landwirtschaft für sie sich nicht mehr rentiert. Das nenne ich moderner Feudalismus.
    Ich bin für ein menschlicheres und gerechteres Kapitalismus. Der Kapitalismus in der Form wie wir es haben wird sich selbständig zerstören. Wer es nicht kapiert hat wird Geld verlieren.

  • Jetzt fällt Ihnen kein Argument mehr ein ausser der roten Fahne zu schwenken. Was hätten Sie denn gerne? Nord-Korea, in dem alles in Staatsbesitz ist? Oder die gute alte DDR? Das ist/war Feudalismus und Sklaventum!!!


    Vielleicht nur noch ein Kommentar zu Ihrer verqueren Logik und Verständnis von Rechten. Sie schrieben oben: "Ausserdem ist man als Aktionär ein unternehmerisches Risiko eingegangen und man muss mit der Pleite eines Unternehmens oder solche Massnahmen jederzeit rechnen" Sollte Ihnen mal Ihr Auto geklaut werden, dann müssen mit dem Verlust jederzeit rechnen, denn als Besitzer gehen Sie ja auch das Risiko ein, dass Sie es an die Wand fahren. Verstehen Sie solche Zusammenhänge???

  • Auf zum neuen Feudalismus und Sklaventum.

  • Und was ist mit dem Geldsystem eines Landes, sollte das auch generell nicht privaten Unternehmen überlassen werden???

    Machen wir aber!!!

    Weitere Infos finden Sie unter:

    www.steuerboykott.org

    Gib mir die Welt plus 5 Prozent:

    http://www.youtube.com/watch?v=oXeeabwaV-s

  • @Tricheur
    1. wirfst du BGB und GG durcheinander
    2. §903 BGB bezieht sich auf die Eigentumsrechte, deren besonderer Schutz dort herausgestellt wird
    3. geht es hier nicht um Krieg oder eine Versicherung, die hier zahlen soll, sondern um die unrechtmäßige Enteignung von Aktionäre, deren Sie indirekt wahrscheinlich auch einer sind
    4. werden die Aktionäre in der Welt nicht weniger sondern mehr und er Wohlstand in den Industrienationen und den enormen Zuwachs in den Schwellenländer haben der Wirtschaftkraft von Aktienunternehmen zu verdanken
    5. Was hat die "fette Kiste" mit einer Enteignung einer Ölgesellschaft zu tun? Ihr Neid??? Die sollen doch als verstaatlichtes Unternehmen mehr Öl produzieren, was ja gut für den Fahrer einer fetten Kiste wäre.
    6. Wenn der Staat die Energievorgung (und so vieles andere) in die Hand nimmt, dann verhungern noch mehr Menschen. So war es zumindest im Kommunismus und ich noch nicht anderes gesehen
    7. Ihr Thema "Grund und Boden" bringt Ihre Coleur zu Tage. Grund und Boden soll doch hoffentlich nicht wieder von VEB's bewirtschaftet werden. Aber dazu hatte ich mich schon geäussert
    8. Und zu guter letzt darf ich Sie darauf hinweisen, dass Sie die Tatsache, dass Sie einen Computer und Software auf der Sie gerade geschreiben, mutigen Unternehmern und Aktionären zu verdanken haben. Und deren Eigentumsechte gilt es schützen, denn es gibt keine freie Gesellschaft ohne Eigentumsrechte.

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