Drohnen und Sensoren: „Unserer Körper gibt ständig Signale. Wir müssen sie nur lesen können.“

Drohnen und Sensoren
Schöne neue Pharma-Welt

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„Unserer Körper gibt ständig Signale. Wir müssen sie nur lesen können.“

Im Vergleich zu der Zukunftsvision des Janssen-Forschungschef Hait ist die Medikamentenlieferung per Drohne ohnehin unspektakulär. Hait prophezeit eine Zukunft, in der wir mit Sensoren in und am Körper Signale aussenden. Ähnlich wie im Auto die Warnung „Sofort die Werkstatt aufsuchen“ aufleuchtet, werden wir dann informiert, wenn unserer Bluthochdruck zu hoch, der Blutzucker zu niedrig ist oder wir kurz vorm Infarkt stehen und was wir dann tun müssen – wann wir welche Medizin nehmen, zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen müssen.

Der Onkologe Hait ist überzeugt, dass dieses Szenario nicht mehr weit entfernt ist: „Ein paar Jahre vielleicht. Unserer Körper gibt schon heute ständig Signale. Wir müssen sie nur lesen können“ ist er überzeugt. „Wenn ich mich unter meinen Kollegen umschaue: Die tragen heute schon Schrittzähler, Herzfrequenz-Messgeräte und zum Teil sogar Bänder, die den Sauerstoff im Blut messen“, berichtet er.

Diese Werte würden in Zukunft direkt an den behandelnden Arzt weitergeleitet. Dessen Praxis wird jede Menge Monitore an den Wänden haben, wo die Patientendaten einlaufen. Und wenn irgendein Wert aus dem Lot ist, bekommt er eine Warnung – oder das Krankenhaus wird direkt benachrichtigt und schickt eine Ambulanz.

„In Zukunft werden wir auch bei unseren Kindern schon nach der Geburt wissen, welche Risiken sie haben, sodass wir sie dementsprechend behandeln oder beobachten können“, prophezeit der Forscher. Für Hait ist das ein Traum und kein Albtraum – auch dann, wenn wir vielleicht von Krankheiten erfahren, die wir noch nicht heilen können: „Ich habe 30 Jahre lang als Onkologe gearbeitet. Und ich bin überzeugt: Informationen sind wichtig, um Lebensentscheidungen zu treffen“, sagt er. Hait weist darauf hin, dass viele Menschen schon heute freiwillig ihre DNA einschicken, um sie für teures Geld analysieren zu lassen.

Der Dauercheck per Sensor wird vielleicht noch etwas dauern. Als Zwischenschritt sagt Hail aber schon bald jährliche Check-ups voraus, „bei denen wir mit einfachen Diagnose-Methoden wie Bluttests schon die verschiedensten Krebsarten im Anfangsstadium und andere Krankheiten erkennen und besser heilen können“. Länder wie die USA und Deutschland werden da ganz vorne mit dabei sein, prophezeit er. Wo oder über welchen Vertriebsweg wir dann unsere Medikamente kaufen, spielt da für ihn nur eine Nebenrolle.

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Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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