VW übernimmt die Mehrheit am schwedischen Lastwagen-Hersteller Scania. Damit steht einer Dreierallianz mit MAN nichts mehr im Weg. Doch vieles deutet darauf hin, dass MAN keine tragende Rolle mehr in einer deutsch-schwedischen LKW-Ehe spielt. An der Börse kommen neue Fantasien über eine Zerschlagung auf, denen VW-Aufsichtsratchef Ferdinand Piech jedoch widerspricht.
Das Logo des Nutzfahrzeugherstellers MAN. In München wurde die MAN-Mannschaft vom VW- Coup überrascht. Foto: ap
MÜNCHEN. MAN
-Chef
Håkan Samuelsson und sein Management planen eine große Feier. Termin und Ort: 18. März in Augsburg, Stammsitz der Maschinenfabrik Augsburg AG. -Nürnberg
Angestoßen wird allerdings nicht auf den Vollzug einer seit Monaten blockierten Fusion mit dem schwedischen LKW-Hersteller Scania,
wodurch Samuelsson endlich zum Rivalen Mercedes aufschließen könnte.
Gefeiert wird der 150. Geburtstag Rudolf Diesels - und das 250-jährige Bestehen des ältesten und traditionsreichsten Dax-Konzerns MAN.
Das Event ist nur Auftakt für ein Jubiläumsjahr, an dessen Ende Samuelsson möglicherweise um eine bittere Erkenntnis reicher ist. Mit der gestern verkündeten Übernahme der Mehrheit am schwedischen LKW-Bauer Scania
durch VW
ist der Weg für eine Dreierfusion zwar endgültig frei. Der Münchener Konzern könnte nach zweieinhalb Jahrhunderten in eine neue Ära starten - möglicherweise ohne die Führung dabei zu übernehmen.
Die öffentlichen Versicherungen des am Montag eilig nach Stockholm gereisten VW
-Topmanagements
könnten jedenfalls darauf hindeuten, dass MAN
keine tragende Rolle in der näher gerückten deutsch-schwedischen LKW-Ehe spielt. Volkswagen
-Chef
Martin Winterkorn und sein Finanzchef Hans-Dieter Pötsch waren redlich bemüht, die Unabhängigkeit des schwedischen LKW-Herstellers herauszustellen.
Scania
In München wurde die MAN
-Mannschaft
von diesem neuerlichen Scoop aus Wolfsburg überrascht. "Das hatten wir jetzt nicht erwartet", heißt es im Unternehmen. Nur MAN
-Chef
Samuelsson soll von seinem Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch eingeweiht worden sein. Ohnehin sitzen die Dealmaker inWolfsburg - nicht in der bayerischen Landeshauptstadt. Dabei war es der ehemalige Scania
-Manager
Samuelsson, der vor zweieinhalb Jahren die Übernahme von Scania
versucht hatte. Das jüngste Vorpreschen des VW
-Konzerns
nährt daher auch an der Börse erneut Fantasien über eine Zerschlagung von MAN
- zumal Investoren schon seit Jahren darauf drängen, das Kerngeschäft Nutzfahrzeuge vom Rest zu trennen.
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