Druck auf Bernotat
Gazprom füllt Eon die Kasse

Die Beteiligung am russischen Konzern Gazprom wird für Eon immer mehr zu einem reinen Finanzinvestment – allerdings einem äußerst lukrativem: Während die strategische Zusammenarbeit mit dem Partner stockt, ist der Wert des Anteils in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegen.

DÜSSELDORF. Das Paket von 6,5 Prozent ist derzeit rund 14 Mrd. Euro wert – sechs Mrd. Euro mehr als noch zum Jahresbeginn. Zum Vergleich: Der gesamte Eon-Konzern kostet an der Börse nicht einmal das Fünffache. Eon hatte vor Jahren die Anteile schrittweise für zusammen gerade 1,2 Mrd. Euro gekauft.

Für Eon erhöht der Kursanstieg die ohnehin hohe Schlagkraft für Übernahmen. Allerdings verstärkt er auch den Druck auf Vorstandschef Wulf Bernotat, das Kapital zu investieren.

Gazprom gehört zu 50,1 Prozent dem russischen Staat. Der weltgrößte Gasproduzent ist in den vergangenen Wochen zum drittteuersten Unternehmen der Welt hinter Exxon-Mobil und General Electric, noch vor Microsoft aufgestiegen. Die Aktie profitiert nach Angaben von Analysten vor allem von den hohen Gaspreisen, die die Margen nach oben treiben. Versorgungsengpässe zum Jahresbeginn, die die Marktmacht von Gazprom verdeutlichten, haben den Kurs noch beflügelt. Einen Schub hat die Aktie zudem erhalten, als die russische Regierung die Beteiligungsbeschränkungen für Ausländer aufhob. Der Höhenflug hält an: Am Dienstag legte die Aktie knapp vier Prozent zu.

Für Eon zahlt sich die Beteiligung damit zumindest finanziell aus. Ursprünglich war die Tochter Ruhrgas aus strategischen Erwägungen bei dem langjährigen Partner eingestiegen, Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann sitzt in dessen Verwaltungsrat. Zuletzt musste Eon-Chef Bernotat aber wiederholt feststellen, dass der unternehmerische Einfluss begrenzt ist. Während Konkurrent BASF seine Kooperation mit Gazprom immer weiter vertieft und jetzt eine Beteiligung an einem lukrativen Gasfeld beschlossen hat, stocken die Verhandlungen von Eon über eine weitergehende Kooperation. Bernotat selbst sieht den Anteil inzwischen als Finanzbeteiligung. Frühere Überlegungen, ihn aufzustocken, sind in Anbetracht des Kursanstiegs vom Tisch. Ein Ausstieg steht aber auch nicht zur Debatte, wie Bernotat regelmäßig betont.

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