Druck auf die Konkurrenz
Europcar erobert den Kontinent

Der französische Autovermieter Europcar will für 670 Millionen Euro das europäische Geschäft des US-Vermieters Vanguard Car Rental Holdings übernehmen (Marken: National Citer Car Rental und Alamo Rent A Car). Damit baut die Tochter des Beteiligungsfonds Eurazeo ihre Marktführerschaft in Europa aus.

PARIS/FRANKFURT. In Großbritannien wird sie die Nummer eins. Gleichzeitig schlossen Europcar und Vanguard eine zunächst auf zehn Jahre befristete Kooperation ab, durch die Europcar Zugriff auf das US-Netz von Vanguard bekommt.

„Auch in Deutschland sind wir im Autovermietungsgeschäft nun größer als Sixt“, sagte Xavier Marin, Europcar-Verwaltungsratschef und Vorstandsmitglied von Eurazeo zum Handelsblatt. Dies wird von Sixt bestritten. Die Münchener erwirtschafteten laut Geschäftsbericht im Jahr 2005 im deutschen Vermietungsgeschäft 605 Mill. Euro. Marin wollte dagegen den geschätzten Deutschland-Umsatz für Europcar nach dem Zukauf nicht nennen. Er begründete dies damit, dass Eurazeo eine Anleihe-Emission zur Finanzierung des Zukaufs vorbereite und daher keine finanziellen Details nennen dürfe.

Der französische Fondsinvestor Eurazeo hatte Europcar erst im Mai von Volkswagen für 1,26 Mrd. Euro übernommen. Dies ist nun bereits der dritte Zukauf des Autovermieters nach dem Eigentümerwechsel: Im Juni erwarb Europcar in Belgien den Vermieter Keddy und Ultramar in Spanien.

Analysten glauben indes, dass die Expansion von Europcar nicht unbedingt eine schlechte Nachricht für Sixt sein muss. „Ich erwarte keine Änderungen des Preisumfeldes“, sagt zum Beispiel Patrick Juchemich, Analyst der Privatbank Sal. Oppenheim. Europcar müsse nämlich wie alle Wettbewerber mit steigenden Kosten für die Autoflotten fertig werden. Gleichzeitig glaubt der Experte, dass die Eigentümerstruktur von Europcar Wettbewerber Sixt vor einem Preiskrieg schützt. „Europcar gehört einem Beteiligungsfonds. Dieser will einen hohen Cash-Flow sehen“, denn die Europcar-Übernahme sei vor allem mit Krediten finanziert.

Auf der anderen Seite werde es jetzt für Europcar-Wettbewerber wie Hertz, Sixt und Avis schwerer, Anschluss an den europäischen Branchenprimus zu halten, sagte Analyst Christian Obst von der Hypo-Vereinsbank. Größere Akquisitionsmöglichkeiten auf dem Markt gebe es nicht mehr.

Seite 1:

Europcar erobert den Kontinent

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%