Druck auf Rivalen steigt
Fiat setzt Rivalen unter Druck

Die Autoindustrie steuert unter dem Druck der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf eine grundlegende Neuordnung zu. Der italienische Autobauer Fiat plant ein strategisches Bündnis mit dem Hersteller Chrysler und steigt in einem ersten Schritt mit 35 Prozent beim angeschlagenen US-Autobauer ein.

FRANKFURT. Eine entsprechende Rahmenvereinbarung hätten beide Seiten unterzeichnet, teilten die Unternehmen gestern mit. Fiat schloss einen späteren Ausbau des Anteils an Chrysler nicht aus - Berichten zufolge auf bis zu 55 Prozent.

Die Italiener zahlen dafür jedoch nicht mit Geld, sondern mit Technik. Chrysler soll künftig spritsparende Autos auf der Basis von Fiat-Modellen und mit Fiat-Motorentechnik bauen. Beide Unternehmen unterzeichneten den Angaben zufolge eine Absichtserklärung über die Bildung einer "globalen strategischen Allianz". Das Zusammengehen muss noch unter anderem von den Kartellbehörden und vom US-Finanzministerium gebilligt werden.

Der transatlantische Schulterschluss der beiden Volumenhersteller beflügelte unter Investoren und Experten die Erwartungen, dass der Schritt Nachahmer finden könnte. "Das ist der Start für eine größere Konsolidierung", sagte Arndt Ellinghorst, Auto-Analyst der Credit Suisse in London. "Insbesondere die französischen Hersteller müssen sich nun etwas überlegen. Ich erwarte außerdem, dass auch Daimler und BMW näher zusammenrücken müssen", sagte der Experte. Daimler und der BMW-Großaktionär, die Familie Quandt, hatten allerdings noch jüngst entsprechende Spekulationen zurückgewiesen.

An der Börse legten praktisch alle Autowerte dank der neu aufkeimenden Konsolidierungsfantasien zu. Der Markt habe den Eindruck, dass Bewegung in den Autosektor komme, sagte ein Händler. Auch Topmanager der Autoindustrie rechnen angesichts der heftigen Absatzeinbrüche weltweit inzwischen mit einer drastischen Konsolidierung in der Branche. Nach einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG von Anfang des Monats erwarten die Führungskräfte in den nächsten fünf Jahren geringere Umsätze und Gewinne, mehr Insolvenzen sowie eine daraus resultierende Zunahme von Fusionen und Übernahmen. 72 Prozent gehen demnach davon aus, dass es unter den Herstellern bis 2013 zu Fusionen, Übernahmen oder Allianzen kommt - vor einem Jahr war es nur die Hälfte.

Unter Druck setzt das Bündnis nach Meinung von Experten vor allem Fiats Erzrivalen Peugeot-Citroën (PSA), der momentan ebenfalls mit massiven Problemen kämpft. "Dass eine Konsolidierung in der Branche kommen wird, ist völlig klar", sagt Götz Klink, Autoexperte der Beratungsgesellschaft AT Kearney. "Ich könnte mit vorstellen, dass nun Peugeot und BMW ihre Kooperation ausbauen werden." PSA warnte gestern wegen der Wirtschaftskrise vor einem "schrecklich schwierigen" Geschäftsjahr. Ob der französische Hersteller 2009 einen Gewinn verzeichnen werde, sei nicht abzusehen, sagte Peugeot-Chef Christian Streiff der Zeitung "Le Figaro".

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