Druck wächst in Affäre um gestohlene Daten
Insider-Geständnis belastet Boeing

Der frühere Boeing-Manager Kenneth Branch will prinzipiell gestehen, sich Ende der 1990er Jahre geheime Dokumente der Konkurrenzfirma Lockheed Martin erschlichen zu haben. Das berichtet das „Wall Street Journal“ und unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Personen.

HB NEW YORK. Ein solches Geständnis würde den Druck auf Boeing erhöhen, sich in der Affäre um Rüstungsverträge auf einen Vergleich mit Lockheed einzulassen. Die Ermittlungsbehörden werfen dem Luftfahrt- und Rüstungsriesen vor, 1998 dank der Akten des Konkurrenten das Rennen um einen milliardenschweren Raketenauftrag der US-Luftwaffe gewonnen zu haben. Boeing versichert bislang, nicht von den gestohlenen Dokumenten profitiert zu haben. Branch gehöre zu einer kleinen Gruppe von Managern, die aus eigenem Antrieb gehandelt hätten.

Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles und die Ermittler des Pentagon hätten Branch in monatelangen Gesprächen zu einem Geständnis bewegt. Sofern keine unerwarteten Schwierigkeiten die Aussage platzen ließen, wolle man Branch wegen Diebstahls und Weitergabe sensibler Daten den Prozess machen, hieß es.

Weder die Ermittlungsbehörden noch Branchs Anwälte wollten die Meldungen zu einem möglichen Geständnis kommentieren. Ein Boeing-Sprecher sagte, man wisse nichts davon, dass eine Klage gegen das Unternehmen bevorstehe. Jegliche Diskussion über einen Vergleich „sei verfrüht“.

Boeing soll Branch in den 1990ern von Lockheed abgeworben haben – als „Teil eines Geschäfts“, um sich Daten zu verschaffen, „die Boeing nicht haben sollte“, heißt es in Unterlagen, die die US-Regierung dem zuständigen Bundesgericht in Florida übergeben hat.

Auch ohne strafrechtliche Verurteilung muss Boeing bereits für die Affäre büßen: Die Luftwaffe schloss den zweitgrößten US-Rüstungsproduzenten bis auf weiteres von Raketen-Ausschreibungen aus.

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