Druckindustrie
Heideldruck spart halbherzig

Mit der schwachen Konjunktur sinken auch die Ausgaben der Unternehmen für Werbung. Besonders betroffen ist die Druckindustrie. Nun reagiert auch Heideldruck, Weltmarktführer bei Druckmaschinen: Weltweit will das Unternehmen 500 Stellen abbauen. Den Analysten ist das zu wenig.

DÜSSELDORF. Mit Stellenabbau und Verlagerungen will Heidelberger Druckmaschinen die Marktschwäche überwinden. Der Vorstand des Weltmarktführers bei Druckmaschinen kündigte gestern in einer Telefonkonferenz den Wegfall von 500 der weltweit rund 19 600 Stellen an. Davon trifft mehr als die Hälfte Standorte in Deutschland. Dieser Abbau und zusätzliche Verlagerungen sollen in den nächsten drei Jahren 100 Mill. Euro einsparen. Analysten kritisierten das Sparprogramm als zu zaghaft. Die Aktie von Heideldruck fiel zunächst um über zehn Prozent auf einen historischen Tiefststand von 11,88 Euro, erholte sich dann aber wieder bei Kursen um 12,20 Euro.

Heideldruck hat wie die gesamte Druckmaschinenbranche Probleme wegen der schwachen Werbekonjunktur. Belastungen durch den tiefen Dollar-Kurs, die schwache Konjunktur in den USA und starke Konkurrenz durch Wettbewerber aus Japan haben im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2007/08 den Umsatz um 3,5 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro schrumpfen lassen und den Jahresüberschuss von 263 Mill. auf 142 Mill. Euro gedrückt. Mit einem Anteil von 40 Prozent ist Heideldruck klarer Weltmarktführer bei Druckmaschinen im Bogendruck. Die beiden härtesten Wettbewerber Koenig & Bauer und Manroland leiden ebenfalls unter der Branchenkrise.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008/09, also von April bis Ende Juni, hat Heideldruck nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Bernhard Schreier einen Umsatz zwischen 640 und 660 Mill. Euro erzielt gegenüber 742 Mill. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit werde bei einem Verlust von 35 bis 40 Mill. Euro liegen gegenüber einem Gewinn von 26 Mill. Euro im Vorjahr. Das Gesamtjahr werde bei Umsatz und Ergebnis unter dem Vorjahr liegen. Die Prognose für das Gesamtjahr hat der Vorstand jetzt verschoben und will sie erst mit den Halbjahresergebnissen Anfang November veröffentlichen.

Trotz der schlechten Zahlen wird das Unternehmen bei der anstehenden Hauptversammlung am 18. Juli für das vergangene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von 0,95 Euro je Aktie vorschlagen.

Mit der Verlagerung von Fertigung will der Konzern seine Kosten senken. Ein Großteil der Einsparungen trifft das Werk Mönchengladbach, wo bisher 240 Mitarbeiter unter anderem Maschinen für die Herstellung von Faltschachteln produzieren. Dies soll in das Werk in der Slowakei verlagert werden. Zusätzlich soll die Produktion einer Druckmaschine im Kleinformat in das Werk in den USA verlagert werden, da sich dort der größte Markt für dieses Produkt befinde. Die Werke in China, der Slowakei und den USA sollen ausgebaut werden, um Kosten zu sparen und die Belastungen aus dem teuren Euro zu mindern. Analysten hatten in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, das Unternehmen produziere zu viel im Inland.

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