Druckkonzern
Schlott holt von Dohnanyi als Vermittler

Der Tiefdruckkonzern Schlott holt für die Auseinandersetzung um den Personalabbau den früheren Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) als Vermittler. „Er hat die Funktion eines neutralen Mediators übernommen“, sagte ein Unternehmensinsider dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Dohnanyi soll nach den Vorstellungen von Schlott-Chef Bernd Rose den Umbau von Deutschlands zweitgrößtem Tiefdruckkonzern begleiten. Der Vorstand von Schlott hat wegen der Restrukturierung bereits ein Gespräch in „konstruktiv-freundlicher Atmosphäre“ mit Arbeitnehmervertretern geführt. Auch Dohnanyi hat nach Konzernangaben an der ersten Gesprächsrunde teilgenommen. Am kommenden Mittwoch sollen nun die Verhandlungen in Hamburg wieder aufgenommen werden. Insider erwarten harte Auseinandersetzungen.

Die Konzernführung hat mit der Unternehmensberatung Roland Berger ein Programm zur Kostensenkungen ausgearbeitet. Darin ist der Abbau von 350 Arbeitsplätzen vorgesehen. Derzeit laufen außerdem Gespräche mit einer Reihe von Banken, darunter die Deutsche Bank. Um an neue Finanzmittel zu kommen, prüft Schlott einen Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). „Das ist eine mögliche Quelle, die man anzapfen könnte“, hieß es gestern in Unternehmenskreisen.

Die Schlott-Gruppe hatte in der vergangenen Woche angekündigt, bis Frühjahr 2010 jede siebte Stelle zu streichen. Außerdem soll der Freudenstädter Konzern ein Fünftel seiner Kapazitäten abbauen. Besonders betroffen ist der norddeutsche Standort mit den Broschek-Druckereien. Derzeit beschäftigt Schlott noch 2 300 Menschen im Zeitschriften- und Katalogdruck.

Auslöser für den Stellen- und Kapazitätsabbau ist die sinkende Nachfrage und der ruinöse Preiskampf in der Tiefdruckbranche. Der Druck ist groß. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Schlott mittlerweile mit roten Zahlen. Bereits im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2007/08 hatte der Konzern einen Verlust von 12,5 Mio. Euro verkraften müssen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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