Druckmaschinen
Heidelberger Druck begeistert die Börse

Nur auf den ersten Blick sehen die Zahlen des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck mies aus. Doch der Schein trügt. Zwar haben sich die Bestellungen fast halbiert - aber eben nicht so stark, wie Experten befürchtet hatten. Und: Der geplante Stellenabbau wird weit weniger zu Buche schlagen als gedacht. Die Börse reagiert euphorisch.

HB HEIDELBERG. Der Druckmaschinen-Marktführer Heidelberger Druck hat im dritten Geschäftsquartal trotz der Verschärfung der Wirtschaftskrise besser abgeschnitten als gedacht. Die Bestellungen brachen zwar von Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 958 auf 560 Mio. Euro ein, wie das Unternehmen in Heidelberg mitteilte. Die neun von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten hatten aber mit nur 528 Mio. Euro gerechnet. Der Umsatz ging von 929 auf 750 Mio. Euro zurück (Prognose 743 Mio Euro). Unterm Strich stand statt eines Gewinns von 43 Mio. Euro ein Verlust von 24 Mio. Euro. Die Prognose hatte dagegen bei minus 68 Mio. Euro gelegen.

Die Aktien von Heidelberger Druck sind nach dem Bericht des Druckmaschinenherstellers zum dritten Quartal deutlich angesprungen. Die Titel von Heidelberger Druckmaschinen setzten sich zeitweise mit einem Aufschlag von 24,56 Prozent auf 3,50 Euro an die Spitze des Index für mittelgroße Werte. Die vorgelegten Geschäftszahlen des weltgrößten Druckmaschinen-Herstellers fielen Börsianern zufolge besser aus als erwartet.

Eine konkrete Prognose für das Geschäftsjahr traut sich Konzernchef Bernhard Schreier allerdings immer noch nicht zu - dabei endet die Periode in nicht ganz zwei Monaten. Schreier erwartet erhebliche Umsatzeinbußen" und einen "deutlichen Jahresfehlbetrag". Heidelberger Druck hatte die Flaute früher als die meisten anderen Unternehmen zu spüren bekommen und steuert mit einem Sparprogramm samt Stellenabbau dagegen. Auch im kommenden Geschäftsjahr 2009/2010 will der Vorstand "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ertragssituation des Unternehmens zu stabilisieren".

Wobei der Druckmaschinen-Hersteller dabei weniger Geld in seinen Stellenabbau stecken muss als geplant. Der Gesamtaufwand für das Kostensenkungsprogramm belaufe sich auf 110 bis 130 Mio. Euro, teilte Heidelberger Druck am Dienstag mit. Bislang waren 130 bis 150 Mio. Euro angesetzt worden. Grund für die niedrigere Summe sei eine Auflösung der im September gebildeten Rückstellung für Altersteilzeit, hieß es.

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