Druckmaschinen-Her
Heidelberger Druck spart noch stärker

Der Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck verschärft wegen der weltweiten Absatzkrise seine Sparmaßnahmen. Nach den Werkshallen wird Kurzarbeit jetzt auch in den Büros eingeführt. Betroffen seien davon Verwaltung, Entwicklung und IT an den Standorten Heidelberg, Wiesloch, Amstetten, Brandenburg und Kiel.

HB HEIDELBERG. Wie viele Mitarbeiter insgesamt in Kurzarbeit geschickt werden sollen, wollte der Sprecher nicht sagen. Konzernchef Bernhard Schreier hatte bereits zuvor angekündigt, 2500 der knapp 20 000 Stellen weltweit streichen zu wollen. Dabei soll es auch betriebsbedingte Kündigungen geben. "Darüber wird gerade verhandelt", sagte der Sprecher.

Schreier hatte am Montag die Führungskräfte in einem Schreiben über die jüngsten Maßnahmen informiert. Demnach soll die Arbeit über Weihnachten länger ruhen als üblich. Statt zwei wird es drei Wochen Werksferien geben. Sind Urlaub und Überstunden abgefeiert, wird es auch zu Kurzarbeit kommen. Vom 15. Dezember bis zum 9. Januar solle ein großer Teil der Mitarbeiter "soweit wie möglich die Arbeit ausfallen lassen", schrieb der Konzernchef. Insgesamt will der Konzern mit dem Sparprogramm seine Kosten um jährlich 200 Mio. Euro senken.

Der Weltmarktführer hat den Großteil seiner Belegschaft in Deutschland. Hier ist fast die gesamte Produktion und Entwicklung konzentriert. Betroffen von dem Stellenabbau sind vor allem die beiden Hauptstandorte Heidelberg und Wiesloch-Walldorf, wo zusammen 1400 Arbeitsplätze wegfallen sollen. In Amstetten sind es 350, in Brandenburg 150, in Kiel 30 bis 40 sowie in Leipzig und Ludwigsburg zusammen 80. Mönchengladbach hatte bereits in der ersten Sparrunde mit einer Verlagerung der Produktion ins Ausland harte Einschnitte verkraften müssen.

Heidelberger Druck ist eines der ersten Unternehmen, das den Konjunkturabschwung mit voller Wucht zu spüren bekommen hatte. Seit Jahresbeginn gab es mehrere Gewinnwarnungen, zuletzt schrieb der Konzern tiefrote Zahlen. Ausgangspunkt der Krise waren die USA. Wegen der Turbulenzen auf den Immobilien- und Finanzmärkten hatten dort die Unternehmen ihre Werbung zurückgefahren. Den Druckern brachen die Aufträge weg und sie strichen Investitionen. Mittlerweile ist das Geschäft auf der ganzen Welt eingebrochen. Schreier rechnete zuletzt nicht mit einer schnellen Besserung der Lage.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%