Druckmaschinen
KBA sucht sein Heil in neuen Geschäften

Die Hersteller von Druckmaschinen ächzen unter der Last einer schweren Werbekrise. Mit innovativen Strategien versuchen sie, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Wie die Unternehmen sich gegen den Einbruch der Aufträge stemmen.
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FRANKFURT. Die schwere Werbekrise führt zu immer massiveren Umbrüchen in der Druckmaschinen-Industrie. Während mit Heidelberger Druckmaschinen und Manroland zwei führende Anbieter ihr Heil in einer möglichen Fusion suchen, setzt der dritte im Bunde, die Würzburger Koenig & Bauer, auf völlig neue Geschäftsfelder.

"Wir erwägen, in die Verpackungstechnik, in die Wasseraufbereitung oder in die thermische Solartechnik einzusteigen", sagte Helge Hansen, der Vorstandsvorsitzende von KBA, der "Börsen-Zeitung". So sei man bereits in Gesprächen über eine Beteiligung am Wüstensolarprojekt Desertec. "Wir sind in der Solarthermie bereits mit ersten Aufträgen am Markt", so Hansen weiter.

KBA schlägt damit einen Weg ein, den Analysten auch beim Rivalen Heideldruck immer wieder angemahnt hatten. Dessen Vorstandschef Bernhard Schreier hatte aber stets darauf verwiesen, dass man beim Kerngeschäft bleiben wolle. Warum solle man in einen Markt gehen, in dem es bereits erfahrene Anbieter gebe, argumentiert Schreier. Allenfalls die Auftragsfertigung von Komponenten etwa in der hauseigenen Gießerei hält er für sinnvoll.

Heideldruck setzt vielmehr auf Konsolidierung. Das Unternehmen befindet sich in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit Manroland über ein Zusammengehen. Wie schnell eine Einigung erreicht werden kann, ist derzeit noch offen. Finanzkreise sprechen aber davon, dass man sich "auf der Zielgeraden" befinde. Branchenexperten bezweifeln aber schon jetzt, ob eine Ehe alleine ausreicht, um die Probleme der beiden Anbieter zu lösen.

Die Branche steckt in einer schweren Krise. So ist KBA zum Beispiel im ersten Halbjahr 2009 mit einem Verlust von 46,8 Mio. Euro in die roten Zahlen gerutscht. Der Rivale Heideldruck erwartet nach einem verlustreichen letzten Geschäftsjahr auch im laufenden einen Fehlbetrag. Beide Unternehmen sind dabei, massiv Stellen abzubauen.

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