Druckmaschinen
Milliardenfusion in der Druckindustrie?

Nach einer Pressemeldung stehen die Unternehmen Heidelberger Druck und MAN Roland in Verhandlungen über eine Fusion. Dem Versicherungskonzern Allianz könnte eine solcher Zusammenschluss gelegen kommen. Die Allianz ist an beiden Unternehmen beteiligt.

FRANKFURT. In der Druckmaschinenbranche könnte sich nach Informationen eines Börsenbriefs eine Groß-Fusion anbahnen. Laut "Platow Brief" stehen Heidelberger Druckmaschinen und MAN Roland in intensiven Verhandlungen über eine Fusion. Die Allianz habe den Druck erhöht. Der Versicherer ist mit 12 Prozent an Heideldruck beteiligt, an MAN Roland hält die Risikokapital-Tochter Allianz Capital Partners 65 Prozent. Eine Sprecher von Heideldruck sprach am Freitag von Gerüchten, die er nicht kommentieren wolle. MAN Roland war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Heideldruck ist Weltmarktführer im Bogenoffset mit einem Marktanteil von über 40 Prozent, MAN Roland ist die globale Nummer eins im für Zeitungsverlage wichtigen Rollenoffset. Beide Konzerne leiden unter der Wirtschaftskrise. Nach Informationen des "Platow Briefs" soll MAN Roland zuletzt über eine Verstärkung im Bogendruck nachgedacht haben. Heideldruck-Chef Bernhard Schreier sei jedoch zurückhaltend, da sich das Unternehmen bei einer Fusion aus kartellrechtlichen Gründen vermutlich vom Bogengeschäft trennen müsste. Dies sei bereits bei einer Prüfung möglicher Fusionsfolgen unter dem einstigen Heideldruck-Chef Hartmut Mehdorn herausgekommen. Ein Cash bringender Verkauf könnte nun aber angesichts der Krise besser ins Konzept passen, schrieb der Börsenbrief.

MAN Roland musste im abgelaufenen Geschäftsjahr einen EBIT-Einbruch von 125 Millionen auf 52 Millionen Euro verkraften, erreichte aber noch eine Rendite von 20 Prozent. Deutlich schlimmer sieht es bei Heideldruck aus: Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008/09 (31.3.) einen operativen Verlust von 228 Millionen Euro. Im Vorjahr gab es noch einen Gewinn von 268 Millionen Euro. Als erstes großes Industrieunternehmen wurde Heideldruck mit staatlichen Bürgschaften gestützt. Auf der Hauptversammlung am Donnerstag musste sich Unternehmenschef Bernhard Schreier angesichts des Kursdebakels und seiner als zögerlich empfundenen Sanierungspolitik laute Kritik anhören. Eine schnelle Erholung ist laut Schreier nicht in Sicht.

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