Druckmaschinenbauer: Schmiergeldverdacht erschüttert Manroland

Druckmaschinenbauer
Schmiergeldverdacht erschüttert Manroland

Die Vergangenheit im MAN-Konzern holt den Druckmaschinenbauer Manroland ein: Bei einer internen Revision sind Hinweise auf mögliche Schmiergeldzahlungen aufgetaucht.
  • 0

HB MÜNCHEN. Es seien Unregelmäßigkeiten bei Provisionen im Vertrieb entdeckt worden, und der Verdacht habe sich erhärtet, dass die Gelder teilweise ohne den Nachweis einer Gegenleistung geflossen seien, teilte das mehrheitlich dem Finanzinvestor Allianz Capital Partners gehörende Unternehmen am Dienstag in Augsburg mit. Geprüft würden vor allem Fälle bei der Schweizer Tochter Votra zwischen 2002 und Anfang 2007. Um welche Summen es dabei geht, und ob auch andere Länder untersucht werden, wollte ein Sprecher von Manroland nicht sagen.

Der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN hatte die Kontrolle über die kriselnde Augsburger Tochter Mitte 2006 an Allianz Capital Partners abgegeben; mittlerweile hält der Münchner Konzern nur noch rund ein Viertel am zweitgrößten Druckmaschinenbauer der Welt. Bei MAN war im Frühjahr 2009 eine Korruptionsaffäre aufgeflogen. Weil Mitarbeiter über Jahre hinweg den Absatz von Lastwagen, Bussen und Maschinen mit Schmiergeldern in die Höhe getrieben hatten, verhängte die Justiz im Dezember eine Geldbuße von knapp 151 Mio. Euro - jeweils die Hälfte für die Konzernsparten Nutzfahrzeuge und Turbo. Bei der früheren Industriedienstleistungstochter Ferrostaal rückten in der Vergangenheit mehrmals die Ermittler an.

Der Manroland-Vorstand versicherte, die dubiosen Provisionszahlungen mit Hilfe von externen Anwälten, Steuer- und Wirtschaftsprüfern komplett aufzuklären. Zudem sei die Staatsanwaltschaft über die Vorgänge informiert worden.

Manroland hatte erst vergangene Woche seine neue Strategie verkündet: Der Druckmaschinenbauer will sich gesundschrumpfen und die tiefe Branchenkrise eigenständig bewältigen.

Kommentare zu " Druckmaschinenbauer: Schmiergeldverdacht erschüttert Manroland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%