Druckmaschinenhersteller
Koenig & Bauer baut bis zu 1500 Stellen ab

Seit Jahren steht die Druckmaschinen-Branche unter Druck. Bei Koenig & Bauer ist die Belegschaft schon um ein Viertel geschrumpft - trotzdem gibt es 2013 wohl erstmals seit 2008 rote Zahlen. Und der Job-Abbau geht weiter.
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WürzburgDer fränkische Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) streicht 1100 bis 1500 Arbeitsplätze, um aus den roten Zahlen zu kommen. Der Aufsichtsrat habe den Plänen des Vorstands am Montag zugestimmt, teilte das börsennotierte Unternehmen in Würzburg mit. Die Aufgabe oder der Verkauf von Standorten sei nicht ausgeschlossen. Der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann erklärte: „Wir wollen uns durch einen schnellen und radikalen Wandel hin zu einem dezentral organisierten und hochflexiblen Druckmaschinenkonzern entwickeln, der neben seinem Kerngeschäft vor allem profitable Spezialmärkte besetzt.“

In den ersten neun Monaten machte KBA 20,2 Millionen Euro Verlust, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn in den Büchern stand. Der Umsatz sank um 20 Prozent auf 729,9 Millionen Euro. KBA hatte in den vergangenen Jahren bereits etwa 2000 Stellen abgebaut, aktuell sind rund 6200 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt.

Die Verlagerung von Fertigungsaufgaben und der Abbau von Personal betreffen die fünf europäischen Standorte Würzburg, Radebeul (Sachsen), Frankenthal (Rheinland-Pfalz), Mödling (Österreich) und Dobru¨ka (Tschechien). „Wir sollten in 2015 die ersten Früchte dieser Veränderungen sehen und spätestens in 2016 wieder nachhaltig profitabel sein“, kündigte Bolza-Schünemann an.

Die Branche steht im Zuge der Medienkrise seit Jahren unter Druck, weil das Geschäft mit Maschinen für den Druck von Zeitungen und Werbeprospekten lahmt. Es gebe in der Druckmaschinenindustrie große Überkapazitäten, erklärte KBA. „So hat sich der Weltmarkt für Bogendruckmaschinen in den letzten Jahren halbiert, der Markt für Rollendruckmaschinen ist um rund 70 Prozent eingebrochen.“ Eine Erholung sei nicht in Sicht. Nur im Digital- und Verpackungsdruck sowie in einzelnen Spezialmärkten sei ein nachhaltiges Wachstum zu erkennen.

Anfang November hatte der Maschinenbauer bereits vor dem ersten negativen Jahresergebnis seit 2008 gewarnt. Für den Jahresabschluss 2013 ergebe sich wegen der jetzt beschlossenen Neuausrichtung ein Wertberichtigungsbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich, kündigte KBA am Montag an.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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