Druckmaschinenhersteller will weiter Kosten senken
Weniger Aufträge für Koenig & Bauer

Die Zahl der Auftragseingänge ist bei Koenig & Bauer zurückgegangen. Das macht dem weltweit drittgrößtem Druckmaschinen-Hersteller aber nach eigenen Angaben keine Sorgen.

HB MÜNCHEN. Zwar seien seit März wieder mehr Bestellungen für Bogenoffsetmaschinen eingegangen, in beiden Sparten - Bogen- und Rollenoffset - liege der Auftragseingang per Ende Mai aber unter Vorjahr, teilte Koenig & Bauer (KBA) am Donnerstag in Würzburg zur Hauptversammlung mit. Die Orders würden auch zum Halbjahr noch hinter dem Rekordvolumen des Vorjahres zurückbleiben. Der Umsatz sei von Januar bis Mai zwar um rund 40 Mill. Euro über den Vorjahreswert gestiegen, sei damit aber hinter der Jahresplanung zurückgeblieben.

Trotz der verhaltenen Nachfrage sieht Konzernchef Albrecht Bolza-Schünemann aber keine Veranlassung, die Prognosen für das Gesamtjahr zu ändern. „Dies beunruhigt uns nicht“, sagte er auf der Hauptversammlung. Zyklische Schwankungen seien kein Indiz für eine allgemein nachlassende Nachfrage.

Mit einem Auftragsbestand von gut einer Milliarde Euro und einem zu erwartenden deutlich höheren Umsatz im zweiten Halbjahr seien das erwartete prozentual einstellige Umsatzplus und ein besseres Vorsteuerergebnis zu schaffen. 2005 hatte KBA bei einem Umsatz von 1,6 Mrd. Euro vor Steuern 25,8 Mill. Euro verdient.

Allerdings werde der Tarifabschluss für die deutsche Metall- und Elektroindustrie das Ergebnis mit einigen Mill. Euro belasten, warnte KBA. „Weitere Unsicherheitsfaktoren bergen die Kursschwankungen zwischen Euro und Dollar sowie die Material- und Energiepreisentwicklung“, hieß es. Deshalb sei eine genauere Prognose nicht möglich.

Die schwache Umsatzentwicklung im Frühjahr habe sich auch auf das Ergebnis ausgewirkt, das zur Jahresmitte dennoch über dem ersten Quartal liegen werde. Das Auftaktquartal war bei KBA mäßig ausgefallen. Der Umsatz war leicht auf 309 Mill. Euro zurückgegangen. Der Betriebsverlust erhöhte sich auf 6,5 (2005: 6,2) Mill. Euro. Der Konzernverlust fiel mit 5,3 Mill. Euro aber kleiner aus als vor Jahresfrist.

Die im SDax notierte KBA-Aktie legte am Donnerstag um 0,7 Prozent auf 24,88 Euro zu. Die in den vergangenen Jahren gebeutelte deutsche Druckmaschinen-Industrie ist im Umbruch. Während Branchenprimus Heidelberger Druck nach einer dreijährigen Durststrecke wieder mit einem dicken Auftragspolster ins Jahr gestartet ist, hat sich der Münchener Maschinenbauer MAN entschieden, seine lange verlustträchtige Tochter MAN Roland zu verkaufen.

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