Drupa 2008
„Wir sind kein Sanierungsfall“

Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist mit über 40 Prozent Marktanteil im so genannten Bogenoffset der weltgrößte Anbieter von Druck- und Weiterverarbeitungstechnik. Das Unternehmen leidet aber unter dem starken Euro und der japanischen Konkurrenz. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Konzernchef Bernhard Schreier, was er dagegen unternehmen will.

Die Drupa könnte für Heideldruck eine Verkaufsschau im doppelten Sinne werden – für die Produkte und für das Unternehmen. Schließlich sind die Aktien an der Börse derzeit günstig zu haben. Fürchten Sie eine Übernahme?

Das Unternehmen wäre heute in der Tat sehr preiswert. Auf der anderen Seite bieten wir unseren Aktionären aber auch ein erhebliches Kurspotenzial. Aber für industrielle Investoren aus der Branche sind wir nicht kaufbar. Das Kartellamt verhindert das. Wir sind als Weltmarktführer mit einem Marktanteil von über 40 Prozent zu stark aufgestellt. Finanzielle Investoren müssten mehr Potenzial sehen als wir es tun. Außerdem haben diese Finanzinvestoren momentan eher andere Probleme.

Und was ist mit dem US-Milliardär Warren Buffet? Er sucht ja in Europa nach Kaufobjekten. Haben Sie mit ihm gesprochen?

Nein! Ich habe noch nicht mal einen Termin.

Ihre Großaktionäre Allianz und RWE sind aber verkaufswillig?

Uns gegenüber hat man bisher keine Verkaufsabsichten geäußert. Außerdem hätten beide schon bei einem besseren Kurs aussteigen können. Wir haben international verteilt einen gesunden Mix von Aktionären und sind froh darüber. Die angekündigte unveränderte Dividende soll langfristig interessierten Anlegern zeigen, dass Heidelberg eine gesunde Anlage ist.

Heideldruck hat aber schon besser Zeiten gesehen. Ist das Unternehmen ein Sanierungsfall, wie es manche Analystenberichte vermuten lassen?

Nein, wir sind im Vergleich zu den deutschen Wettbewerbern mit einer Betriebsergebnis-Rendite von über sieben Prozent weit vorne. Wenn man bei den Wettbewerbern aus Japan die Vorteile durch den Wechselkurs herausrechnet, dann haben wir auch hier die Nase vorne. Die Erwartungshaltung war einfach zu hoch. Hinzu kam, dass unsere Kommunikation in dieser Phase nicht immer glücklich war. Mea Culpa. Das werden wir besser machen. Dazu haben wir die Zuständigkeiten im Vorstand neu geordnet, um das Vertrauen des Kapitalmarkts zurück zu gewinnen.

Sie mussten mehrmals Ihre Prognose nach unten revidieren. War die Entwicklung denn wirklich nicht vorhersehbar?

Wir wurden in der Zeit von Januar bis März diesen Jahres von den Ereignissen wie Währungsentwicklung, Börsenschwäche und Finanzkrise überrollt. Dazu kamen noch Stornierungen von Aufträgen aus den USA.

Seite 1:

„Wir sind kein Sanierungsfall“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%