Drupa 2012
Das große Schaulaufen der Drucker

In Düsseldorf treffen sich wieder die Druckmaschinenbauer zur Drupa. Auf die guten Geschäfte von eins ist allerdings schon lange nicht mehr zu hoffen. Stattdessen schwankt man zwischen Gesundbeten und Galgenhumor.
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DüsseldorfDas Ereignis ist ebenso rar wie eine Olympiade oder eine Fußball-WM: Nur alle vier Jahre treffen sich die Druckereimaschinen-Hersteller zu ihrer Branchen-Schau - der Drupa, die heute in Düsseldorf beginnt.

Hier, auf der wichtigsten Messe des Industriezweigs, werden traditionell die meisten Verträge abgeschlossen. Zumindest war das in der Vergangenheit so, als auf der Drupa Kontrakte im Wert von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro abgeschlossen wurden.

Und heute? Der weltweite Umsatz mit Druckmaschinen hat sich seit der Krise im Jahr 2008 auf 4,5 Milliarden Euro halbiert - und die Manager üben sich im Gesundbeten - oder aber in Galgenhumor. Das Wort Krise jedenfalls kann in der Druckmaschinenbranche niemand mehr hören. Sicherlich sei der Markt schwierig, sagt Bernhard Schreier, Chef von Heidelberger Druck, aber "wir sind in der Talsohle, und jetzt kann es nur noch aufwärts gehen".

Auch Heideldruck ist mit einem Umsatz von zuletzt 2,6 Milliarden europaweit von alter Größe entfernt. Schreier hofft daher wie seine Wettbewerber bei Koenig & Bauer und Manroland auf möglichst viele Neuaufträge. Er braucht diese sogar mehr als die Konkurrenz, denn im Konzern gären Ideen für eine Umstrukturierung; es wäre nicht die erste.

In den vergangenen fünf Jahren wurde der Weltmarktführer mehrfach umgebaut. Anders als bisher steht jetzt aber kein neuerlicher Stellenabbau im Raum, vielmehr geht es um den Vertrieb und eine bessere Steuerung der Firma.

Im Konzern habe lange Zeit ein falsches Kostenbewusstsein geherrscht, sagte ein Aufsichtsrat. "Heideldruck hat auf Masse produziert. Maschinen wurden gebaut, obwohl keine Aufträge da waren." Um die Geräte und Anlagen dennoch loszuschlagen, seien die Preise stark gesenkt worden.

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