Drupa in Düsseldorf
Druckmaschinenbranche schöpft Mut

Die wichtige Ordermesse Drupa läuft für die deutschen Hersteller besser als gedacht. Nach dem massiven Einbruch auf dem US-Markt können sie sich jetzt über neue Aufträge freuen. Erstmals seit langer Zeit äußern sich die Unternehmer wieder optimistisch.

DÜSSELDORF. Die drei Weltmarktführer im Markt für Druckmaschinen - die alle aus Deutschland kommen - berichteten am heutigen Mittwoch übereinstimmend über Aufträge, die über ihren Erwartungen liegen. Allerdings hatte die Branche die Erwartungen in den vergangenen Monaten angesichts bröckelnder Konjunktur zurückgeschraubt.

Der Vorstandsvorsitzende der Würzburger Koenig & Bauer, Albrecht Bolza-Schünemann, sagte, die Bestellungen hätten über dem Niveau der letzten Drupa vor vier Jahren gelegen. Damals hatte Koenig & Bauer über einen Auftragseingang auf der Messe von 180 Mill. Euro berichtet. Dieses Mal habe man im Bereich Rollendruck, mit dem Zeitungen und Broschüren in hohen Auflagen gedruckt werden, mit 50 Mill. Euro etwas weniger als vor vier Jahren verkauft. Dafür habe der Auftragseingang im Bogendruck, wo die Kunden vor allem aus der Werbe- und Verpackungsindustrie kommen, höher gelegen. "Hier liegt der Auftragseingang deutlich über dem der Drupa 2004", sagte Bolza-Schünemann.

Koenig & Bauer erwartet für 2008 einen Umsatz knapp unter dem Vorjahreswert von 1,7 Mrd. Euro. Im Bereich Bogendruckmaschinen liegen die Verkäufe mit 800 bis 850 Mill. Euro noch etwas unter den Werten des Vorjahres, dafür sei das Unternehmen bei Rollen-Druckmaschinen ausverkauft. Ein operatives Ergebnis auf Höhe des Vorjahres von 66 Mill. Euro sei trotz der hohen Stahlpreise und des schwachen Dollars möglich, sagte Bolza-Schünemann.

Auch der Weltmarktführer Heidelberger Druckmaschinen gibt sich leicht optimistisch. "Meine persönlichen Erwartungen waren eher pessimistisch", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernhard Schreier. "Die Messe ist besser gelaufen als erwartet." Bei der Drupa vor vier Jahren hatte Heideldruck auf der Messe Aufträge im Volumen von 800 Mill. Euro verbucht. Details wollte Schreier nicht nennen. Das Unternehmen, das auf der Messe gleich zwei Hallen belegt, habe 2 500 Aufträge aus 85 Ländern geschrieben - ein Viertel davon aus Deutschland. Dieses Jahr sei bei den Auslandsaufträgen der Wechselkurs völlig anders.

Vor allem wegen der Belastungen aus dem USA-Geschäft, mit einem Volumen von rund 400 Mill. Euro der zweitgrößte Markt für das Unternehmen, war der Gewinn im vierten Quartal des Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahres 2007/08 um ein Drittel eingebrochen. Jetzt war Heideldruck-Chef Schreier über das Interesse der US-Kunden positiv überrascht. "Wir haben gute Gespräche geführt und unerwartete Bestellungen verbucht." Es gebe viele Druckereien, bei denen das Geschäft gut laufe, aber eben auch viele andere. Erst nach genauer Auswertung der Drupa will Heideldruck entscheiden, ob das Unternehmen ein Sparprogramm auflegen muss. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres hat Heideldruck bereits einen Verlust vor Zinsen und Steuern angekündigt.

Auch der dritte große deutsche Hersteller von Druckmaschinen, die zu Beginn der Drupa in Manroland umbenannte ehemalige MAN Roland, macht auf der Messe eher in Optimismus. "Wir sind mit Vorsicht in die Messe gegangen", sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Finkbeiner. "Jetzt sind die Erwartungen übertroffen, die Projektpipeline ist vielversprechend." Das Niveau von 2004 sei wieder erreicht worden, wenn man die Großaufträge herausrechnet. Im Gegensatz zu Heideldruck ist Manroland nicht nur im Bogendruck tätig, sondern liefert auch große Maschinen für den Rollendruck von Zeitungen und Broschüren. Auch Finkbeiner wollte keine genaue Zahl zum Auftragseingang nennen. Er sagte lediglich, man habe auf der Drupa wieder 750 Druckwerke - aus denen bestehen die Druckmaschinen - verkauft. Auch bei Manroland machte sich die schwache Konjunktur bemerkbar. Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal um 18 Prozent auf 374 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern blieb mit zwölf Mill. Euro konstant. Den geplanten Börsengang hat Manroland wegen des schlechten Umfeldes auf Eis gelegt.

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