DS-Deutschlandchef Perrin
„Wir haben einen leeren Rucksack“

Die französische Premiummarke des PSA-Konzerns will sich von Citroën emanzipieren. Dazu will DS mehr eigenes Profil entwickeln. Im Interview erklärt Deutschlandchef Nicolas Perrin, wie das gelingen soll.

DüsseldorfDie französische Premiummarke DS hat zwar einen historischen Namen, doch verkauft erst seit zwei Jahren unter einem eigenen Logo. In der Heimat von Audi, BMW und Mercedes treten die Franzosen mit einem eigenen Konzept an. Im Interview erklärt Deutschlandchef Nicolas Perrin, mit welcher Strategie DS gegen die deutschen Premiumriesen bestehen will.

Als Sie Anfang 2015 die Leitung von DS in Deutschland übernommen haben, war die Marke erst seit wenigen Wochen eigenständig. Was hat sich seitdem getan?
Wir haben die Zeit genutzt, um unser Profil stärker auszubilden. Wir können jetzt sagen, dass wir eine eigenständige Marke sind – ein wichtiger Schritt für uns. Mit dem DS 5, DS 4 und jetzt auch dem neuen DS 3 zeigen wir, was französische Premiumautos ausmacht. Das ist eine fundamentale Entwicklung. Wir untersuchen genau, wie unsere Marke wahrgenommen wird. Ich kann so viel verraten, dass unsere Markenbekanntheit innerhalb des ersten Jahres in Eigenständigkeit bereits deutlich zugelegt hat.

Trotzdem ist der Anteil von DS am deutschen Markt mit 0,2 Prozent noch vergleichsweise gering...
Der Premiummarkt in Deutschland wird natürlich durch die großen deutschen Hersteller dominiert. Aber wir können durchaus Erfolge vorweisen: Dieses Jahr wollen wir rund 6.000 Autos verkaufen – das sind mehr als Alfa, Lexus und Infiniti zusammen. Wir entwickeln uns völlig stabil. Mit den neuen Modellen wird der Absatz weiter steigen.

Haben Sie dafür genug Händler?
Es kommt weniger auf die Zahl der Niederlassungen und Händler an als auf die Qualität. Unser Ziel ist es, rund 70 DS-Händler in Deutschland zu haben. Rund zehn Prozent davon sind eigene Stores, in denen ausschließlich DS verkauft wird, andere können in ihren Räumen einen DS-Salon einrichten, um die Marke angemessen zu präsentieren. Bis Mitte 2018 wollen wir unser Konzept komplett umgesetzt haben – spätestens.

Bei PSA ist die Lücke zwischen erfolgreichen und erfolglosen Händlern immer sehr groß gewesen. Ist diese Lücke mittlerweile geschlossen?
Nein, ist sie leider nicht. Wir haben nach wie vor bei gleichen Produkten einige Händler, die eine hohe Rentabilität von drei Prozent und mehr vorweisen und viele Autos verkaufen und andere Händler, die eine suboptimale Kundenzufriedenheit und weniger Rendite erwirtschaften können. Das bleibt für uns ein Schlüsselthema in Deutschland.

Bleibt im engen deutschen Premiummarkt genug Spielraum für eine neue Marke? Wie wollen Sie DS positionieren?
Wir werden DS in Deutschland genauso positionieren wie in allen anderen Ländern. Unsere Strategie gilt weltweit. Wir können etwas bieten, das die anderen nicht haben – nämlich den französischen Luxus, den man beispielsweise aus der Mode kennt. Der verkauft sich in Deutschland genauso wie in England oder Südamerika.

In Deutschland ist allerdings das Flottengeschäft deutlich wichtiger. Haben Sie als vergleichsweise kleiner Anbieter überhaupt eine Chance gegen die großen Drei?
Es kann natürlich nicht unser erstes Ziel sein, einen großen Fuhrpark zu gewinnen. Wir wollen uns durch die kleine Flotte entwickeln und Gewerbetreibende gewinnen – beispielsweise Optiker, Apotheker und kreative Berufe. Darum setzen wir auf individuellere Angebote, unsere Kunden im Flottengeschäft haben in der Regel keine Vorschriften für die Autowahl wie bei Unternehmen mit  2000 Angestellten.

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Ein Ausblick auf die elektrische Zukunft

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