Dubai International Capital
Scheichs kaufen sich bei EADS ein

Seit Monaten wird über einen Einstieg von Dubai beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS spekuliert, hatten sich die Scheichs doch auf einer Investorentagung die Zukunftspläne der Airbus-Mutter vorstellen lassen und später einen Blick in die Bücher gewährt bekommen. Jetzt hat das Emirat Ernst gemacht. Was planen die Araber?

HB DUBAI. Es seien 3,12 Prozent des Aktienkapitals von einem Fonds erworben worden, der zur staatlichen Investmentgesellschaft Dubai International Capital (DIC) gehört, teilte EADS am Donnerstag mit. Finanzielle Details wurden nicht offen gelegt. Nach Berechnungen von Handelsblatt.com hat das Paket einen Wert von gut 600 Mill. Euro.

Man wolle eine „strategische Beziehung“ zu dem Airbus-Bauer, strebe aber keinen Sitz im Verwaltungsrat und keine Managementrolle an, teilte DIC mit. Das Staatsunternehmen hätte die Beteiligung erst ab der Schwelle von 5 Prozent öffentlich machen müssen, weil die EADS NV (Amsterdam) ein Unternehmen niederländischen Rechts ist. Die freiwillige Verlautbarung gilt als Zeichen für Dubais Unterstützung für EADS. Die in Dubai beheimatete Fluggesellschaft Emirates ist ein Airbus-Großkunde und Dubai Aerospace (DAE) gilt als möglicher Airbus-Partner.

Das Emirat hatte erstmals 2006 Interesse am Einstieg bei EADS bekundet. Auf einer Investorentagung vor Ort hatte das EADS-Management sein Unternehmen vorgestellt. Im Mai wurde bekannt, dass DIC die Bücher der Airbus-Muttergesellschaft prüft. Aus diesem Grund erwarten Händler auch keine großen Kursausschläge; der Einstieg sei weitgehend eingepreist. Die Aktie stieg in einem leicht rückläufigen Markt um 1,5 Prozent auf rund 24,40 Euro.

EADS selbst hat sich positiv zum Einstieg des Emirats geäußert. „Das Engagement von DIC ist eine 'good news'“, sagte Sprecher Edmund Reitter am Donnerstag. EADS befürworte seit langem eine breite Aktionärsstruktur. DIC sei ein normaler institutioneller Anleger und sehe die Beteiligung als gute Investition.

Der von Deutschland und Frankreich kontrollierte EADS-Konzern ist wegen der verspäteten Auslieferung des Riesenfliegers Airbus A380 in eine finanzielle Schieflage geraten, fehlen doch Milliardeneinnahmen. Hinzu kommt, dass die Kunden mit dem ursprünglichen Design des kommenden Langstreckenfliegers A350 unzufrieden waren, woraufhin die Ingenieure einen neuen Entwurf vorlegen mussten. Auch das kostete Zeit und Geld. Deshalb hat EADS ein milliardenschweres Sparprogramm namens Power 8 aufgelegt. Damit einher gehen Stellenstreichungen im großen Stil und sogar Werksverkäufe. Ein neuer starker Großaktionär kommt dem Unternehmen daher gerade recht.

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