Dubai
Nahost-Wettrüsten dominiert Flugschau

Wegen der anhaltenden Spannungen in Nahost dominieren vor allem militärische Interessen die Luftfahrtmesse in Dubai. Das Interesse an Zivilflugzeugen hielt sich bei der am Sonntag begonnen Flugschau wegen der weltweiten Rezession stark in Grenzen - mit Ausnahme von zwei bestätigten Großaufträgen für Airbus.
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rtr DUBAI. "Solange es in der Region Spannungen gibt, die Situation mit Iran nicht geklärt ist und die Terrorismusgefahr fortbesteht, wird es einen Rüstungswettlauf geben", sagte Riad Kahwadschi vom regionalen Militär-Forschungsinstitut Inegma. Die Golf-Region ist der weltweit am stärksten boomende Markt für Waffen und Kampfflugzeuge.

So befinden sich etwa die Vereinigten Arabischen Emirate in Gesprächen mit dem französischen Hersteller Dassault Aviation über den Kauf von Rafale-Kampflugzeugen. Auch Länder wie Kuwait und Oman streben Berichten zufolge eine Erneuerung ihrer Militärmaschinen an. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr zudem im Juli aus Kreisen, Saudi-Arabien spreche mit Boeing über den Erwerb von F15-Kampfjets und erwäge den Kauf zusätzlicher Eurofighter.

Am Bau des Eurofighters ist auch der europäische EADS-Konzern beteiligt. Dieser geriet am Rande der Schau erneut wegen des stark verzögerten Baus des Militärtransporters A400M unter Druck. Spitzenvertreter der Luftwaffe aus Großbritannien und Frankreich drohten mit einer Verschiebung von Auslieferungen und forderten, der Flugzeugbauer müsse die volle Anzahl der bestellten Maschinen liefern, ohne das Budget zu erhöhen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, die Bundesregierung, die 60 der schweren Maschinen bestellt hat, gehe weiterhin von der Einhaltung des Kostenrahmens aus. Die Airbus-Mutter verhandelt derzeit mit sieben europäischen Kunden über milliardenschwere Zusatzkosten infolge der Verzögerungen sowie über den Zeitpunkt der Auslieferungen.

Auf ziviler Seite verlief der Auftakt für EADS hingegen offenbar besser. Branchenkreisen zufolge wird die afrikanische Fluggesellschaft Ethiopian Airlines auf der Messe die Bestellung von etwa zwölf Airbus-Maschinen vom Typ A350 bestätigen. Das Geschäft hat nach Listenpreis einen Wert von knapp drei Mrd. Dollar. Von Kennern der Branche verlautete zudem, Air Austral werde die erste Fluggesellschaft sein, die zwei Großraumjets vom Typ A380 in der reinen Billigflieger-Version mit mehr als 800 Sitzplätzen ordern werde. Das Geschäft soll demnach am Montag festgezurrt werden. Der Auftrag hat einen Listenpreis von 650 Mio. Dollar.

Im Vergleich zur letzten Dubai-Schau dürfte das Geschäft in Folge der weltweiten Rezession aber wesentlicher schlechter ausfallen. "Einige Bestellungen werden eingehen, aber nicht viele", sagte EADS-Chef Louis Gallois. Vor zwei Jahren zogen Airbus und Boeing Aufträge über rund 85 Mrd. Dollar an Land.

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