Dubai-Schock
Deutsche Industrie fürchtet weniger Aufträge

Entwarnung für die Eurozone: Die Zahlungsschwierigkeiten Dubais trifft nach Expertenmeinung am stärksten die Nachbarn in der Golfregion. Anleger befürchten jedoch weitere Folgen. Turbulenzen an den Finanzmärkten könnten auch den Hochtief-Börsengang gefährden. Welche Folgen wahrscheinlich sind.
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FRANKFURT/LONDON. Die Zahlungsschwierigkeiten Dubais dürften nach Einschätzung von Experten in erster Linie Folgen für die Golfregion haben. "Am stärksten trifft das vermutlich die Region", sagte Fitch-Analyst Richard Fox dem Handelsblatt. Dubai erinnere aber daran, dass es in den Schwellenländern noch Risiken gebe. Diese Warnungen kämen zu einer Zeit, in der die Sorgen vor einer Blase in diesen Märkten zunähmen.

Anleger befürchten zudem, dass sich die Dubai-Krise auch auf andere Staaten auswirkt, deren Staatsfinanzen als ungesund gelten. So verteuerten sich unter anderem auch die Risikoaufschläge für Anleihen aus Griechenland. Zudem sind viele Staaten in Zentral- und Osteuropa auf ausländische Kapitalzuflüsse angewiesen.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker gab gestern Entwarnung für die Eurozone. "Ich sehe keine Probleme durch Nicht-Zahlungen in der Euro-Zone", so Juncker.

Hochtief-Börsengang fraglich

Auch die deutsche Wirtschaft dürfte den Dubai-Effekt zu spüren bekommen, wenngleich der DIHK keine nachhaltigen Schäden für die Konjunktur fürchtet. Die Industrie müsse sich aber auf deutliche Auftragseinbußen einstellen, sagte DIHK-Haupgeschäftsführer Martin Wansleben der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört, standen auf der Liste der deutschen Außenhandelspartner 2008 auf Rang 26 bei den Ausfuhren von 8,1 Milliarden Euro.

Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise rechnet wegen der Geldprobleme Dubais aber nicht mit einem Flächenbrand in der Finanzbranche wie nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers. "Die Ausmaße sind bei weitem nicht so dramatisch wie nach der Lehman-Pleite", sagte er der "Berliner Zeitung".

Sollte es dennoch zu Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen, könnte aber der Börsengang der Hochtief-Tochter Hochtief Concessions dem zum Opfer fallen. "Wir werden nicht zu jedem Preis verkaufen und müssen es auch nicht", sagte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

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