Michael Cohen

Novartis soll mehrere Hunderttausend Euro an eine Firma des früheren Trump-Anwalts gezahlt haben.

(Foto: JEENAH MOON/The New York Times/R)

Dubiose Deals Novartis zahlte Trump-Anwalt satte 1,2 Millionen Dollar

Novartis räumt ein, rund 1,2 Millionen Dollar an Trump Ex-Anwalt Cohen gezahlt zu haben. Die erwarteten Gegenleistungen wurden aber nicht erbracht.
Update: 09.05.2018 - 19:35 Uhr 2 Kommentare

ZürichFragwürdige Zahlungen an den Anwalt von Donald Trump haben den Pharmakonzern Novartis in den Fokus von US-Sonderermittler Robert Mueller gerückt. Novartis räumte am Mittwoch ein, rund 100.000 US-Dollar pro Monat an eine Firma von Michael Cohen gezahlt zu haben. Bei einer Laufzeit von einem Jahr kamen so 1,2 Millionen Dollar zusammen.

Wegen der Zahlungen hatte sich Mueller bei Novartis erkundigt. Der Konzern habe mit seinem Büro „vollumfänglich“ kooperiert, heißt es in Basel.

Am Dienstag wurde publik, dass Cohens Firma namens Essential Consultants von mehreren Konzernen millionenschwere Zahlungen erhalten hat. Zu den Geldgebern zählt dabei auch Novartis.

Dort hieß es zunächst, man habe im Februar 2017 kurz nach der Wahl von Trump eine einjährige Vereinbarung mit Essential Consultants abgeschlossen. Der Deal habe sich auf „Fragen der US-Gesundheitspolitik“ konzentriert. Dabei seien die Konditionen „marktkonform“ gewesen. Der Vertrag sei im Februar 2018 ausgelaufen.

Am Mittwochabend präzisierte Novartis diese Darstellung. „Novartis war der Ansicht, dass Michael Cohen das Unternehmen dahingehend beraten könnte, wie die Trump-Administration bestimmte gesundheitspolitische Fragen in den USA angeht“, teilte der Konzern mit. Darunter der sogenannte „Affordable Care Act“. Mit dem Gesetzeswerk hatte Barack Obama einen Versicherungsschutz für breite Teile der Bevölkerung eingeführt. Trump hatte eine Reform des Gesetzes in Aussicht gestellt.

Laut Novartis hatte der Vertrag eine einjährige Laufzeit und beinhaltete eine monatliche Zahlung von 100.000 US-Dollar an Essential Consultants. Im März 2017 habe es ein erstes Treffen zwischen Novartis und Cohen geben. Nach diesem Treffen habe Novartis festgestellt, dass „Michael Cohen und Essential Consultants nicht in der Lage sein würden, die Dienstleistungen zu erbringen, die Novartis in Bezug auf die US-Gesundheitspolitik erwartet hatte“.

Novartis habe beschlossen, das Engagement nicht weiterzuführen. Der Vertrag habe jedoch nicht aufgelöst werden können. Deshalb habe man die Zahlungen bis zum Ende des Vertrags 2018 fortgesetzt.

Novartis: Kein Zusammenhang zwischen Zahlungen und Treffen mit Trump

Für US-Präsident Donald Trump war Cohen jahrelang der Mann fürs Grobe: Der Anwalt zahlte 130.000 US-Dollar an den Pornostar Stormy Daniels, damit diese ein angebliches Sexabenteuer mit dem Präsidenten verschweigt. Anwalt Michael Avenatti, der die Pornodarstellerin Daniels vertritt, hatte vier Zahlungen über jeweils 99.980 US-Dollar an Essential Consultants offengelegt.

Der Anwalt bringt die Zahlungen mit einem Treffen in Davos in Verbindung. Beim Weltwirtschaftsforum hatten sich Trump und der neue Novartis-CEO Vas Narasimhan beim Abendessen ausgetauscht. Vor laufenden Kameras hatte der Novartis-Chef Trump mit Lob überhäuft: „Wir sind sehr zufrieden mit der Steuerreform, aber auch mit dem großartigen Fortschritt bei der FDA.“ Der neue Chef der amerikanischen Zulassungsbehörde mache einen tollen Job.

Laut Novartis gibt es zwischen der Zahlung und dem Treffen aber keinen Zusammenhang. Der Konzern nimmt den neuen CEO aus der Schusslinie: Das Engagement habe zeitlich vor der Ernenung von Narasimhan zum CEO gelegen. Er sei in keinerlei Hinsicht in die Vereinbarung involviert gewesen. „Entgegen jüngsten Medienberichten stand die Vereinbarung in keinem Zusammenhang mit dem gemeinsamen Abendessen, das Dr. Narasimhan am World Economic Forum in Davos mit Präsident Trump und 15 anderen europäischen Branchenführern hatte“, hieß es am Mittwochabend von Novartis. „Gegenteilige Aussagen stellen den Sachverhalt eindeutig falsch dar und können nur persönlichen oder politischen Zwecken dienen, die nicht in Zusammenhang mit Novartis stehen sollten.“

Die Zahlungen an Cohens Firma hatten für den Konzern ein Nachspiel: Wie Novartis weiter mitteilte, wurde der Konzern im November 2017 von Anwälten aus Muellers Büro kontaktiert.

„Novartis kooperierte vollumfänglich mit dem Special Counsel Office und stellte alle angeforderten Informationen zur Verfügung“, heißt es in der Mitteilung. Der Konzern betrachtet diese Angelegenheit als abgeschlossen. Man sei sich „keiner offenen Fragen bezüglich der Vereinbarung bewusst“.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Dubiose Deals - Novartis zahlte Trump-Anwalt satte 1,2 Millionen Dollar

2 Kommentare zu "Dubiose Deals: Novartis zahlte Trump-Anwalt satte 1,2 Millionen Dollar"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wieso werden hier Trinkgelder erwähnt ? Wie lächerlich so ein Betrag für Herrn Trump.

  • Gutes Geschäft! Man schenkt einem rechtsradikalen Schwadroneur eine halbe Million - und bekommt als Dankeschön eine Steuerreform, die Milliarden einspart. Big Deal!

    So funktioniert Demokratie heute. Zumindest bei den rechstpopulistischen Oligarchen, die nach russischem Vorbild ihren Staat organisieren wollen.

    Für die Doofies an den Stammtischen erzählt man dann etwas von Mauer bauen und Muslime rausschmeissen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%