Düngemittel und Salz
K+S schickt 700 Beschäftigte in Zwangsurlaub

1800 Beschäftigte des Düngemittel- und Salzspezialisten K+S werden nach Weihnachten in Kurzarbeit gehen. Das Marktumfeld, so das Unternehmen, habe sich spürbar eingetrübt.

HB FRANKFURT. Der Kasseler Düngemittel- und Salzspezialist K+S schickt fast ein Fünftel seiner 10 000 Beschäftigten in Deutschland nach einem verlängerten Weihnachtsurlaub in die Kurzarbeit. „Die weiterhin verhaltene Nachfrage nach Kalidüngemitteln erfordert die Einführung befristeter Kurzarbeit an einzelnen Standorten ab Januar 2009“, teilte das K+S-Management am Dienstag mit. Betroffen seien die Standorte Hattorf in Hessen, Unterbreizbach in Thüringen und das Werk Bergmannssegen-Hugo bei Sehnde in Niedersachsen mit zusammen rund 1800 Beschäftigten.

Zuvor sollen rund 7000 Beschäftigte in der Produktion und in den Gruben vom 19. Dezember an in einen bis Mitte Januar zwangsweise verlängerten Weihnachtsurlaub gehen. In Sehnde solle die Kurzarbeit wochenweise bis Mitte April dauern, in den zwei anderen Standorten bis Mitte Februar. „Darüber hinaus gehende Kurzarbeitsphasen im ersten Halbjahr, die sich aus heutiger Sicht wahrscheinlich nicht vermeiden lassen werden, werden für die einzelnen Standorte gesondert vereinbart“, kündigte K+S an. Dies werde in den nächsten Wochen geprüft, sagte ein Sprecher.

Die im Deutschen Aktienindex Dax notierte K+S-Aktie lag in einem schwächeren Gesamtmarkt 2,35 Prozent im Minus bei 32,03 Euro.

Für eine kurzfristige Belebung der Düngemittelnachfrage sieht K+S keine Anzeichen. Kunden aus der Landwirtschaft wie auch Hersteller von Mehrstoffdüngern fragten deutlich weniger nach als üblich. Die vorhandenen Lagerbestände der Landwirte seien allerdings wahrscheinlich bis Mitte 2009 aufgebraucht. Daher werde sich im zweiten Halbjahr die Nachfrage nach Kaliprodukten voraussichtlich wieder spürbar beleben.

K+S hatte Ende Oktober angekündigt, wegen des eingetrübten Marktumfelds die Kali-Produktion bis zum Jahresende um 400 000 Tonnen zu drosseln. Die Finanzkrise hatte an den Rohstoffmärkten eine Verkaufswelle ausgelöst, die Notierungen für Weizen, Mais und Soja fielen. Zudem hatten Landwirte angesichts steigender Düngemittelpreise schon hohe Vorräte gebildet. Deshalb hielten sie sich zuletzt mit Düngemittel-Bestellungen zurück.

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