Düngemittelhersteller
K+S fährt satten Gewinn ein

Im zweiten Quartal verkaufte der K+S deutlich mehr Düngemittel als zuvor. Die steigenden Agrarpreise taten ihr übriges. Das macht mutig: Der Konzern bekräftigt seine Jahresziele und nennt erstmals eine konkrete Spanne.
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FrankfurtAngesichts hoher Getreide-Preise decken sich die Landwirte mit Düngemittel ein und sorgen damit für gute Stimmung bei K+S. Der Dax-Konzern aus Kassel fuhr im zweiten Quartal deutlich mehr Gewinn ein als vor Jahresfrist und bescherte seiner Aktie damit Rückenwind. K+S-Papiere legten am Montag in der Spitze rund vier Prozent zu und zählten damit zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex.

Die Preise für Weizen, Mais und andere Agrarrohstoffe sind seit Mitte Juni wegen der Dürre in den USA und anderen wichtigen Getreide-Anbauregionen kräftig gestiegen. Für Bauern steigt damit der Anreiz, ihre Erträge durch den Einsatz von Düngemittel auf einer größtmöglichen Anbaufläche zu maximieren. "Für die Landwirte und die Düngemittelbranche sind das gute Aussichten", sagt Analyst Heinz Müller von der DZ Bank. Die USA leiden derzeit unter der schlimmsten Dürre seit 1956. Das erste Halbjahr war nach Behördenangaben das wärmste seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen.

K+S ist von der Dürre nicht direkt betroffen, da das Unternehmen kaum Landwirte in den USA beliefert. Die wichtigsten Kunden des Konzerns - Bauern in Europa und Brasilien - profitieren jedoch indirekt von der Dürre, da sie ihr Getreide zu dem deutlich höheren Weltmarktpreis verkaufen können. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung sieht Analyst Müller auch Potenzial für eine Erhöhung der Düngemittelpreise, die K+S seit längerer Zeit nicht mehr angetastet hat.

Zuletzt hatte bereits der Weltmarktführer Potash von einem Anziehen der Düngemittelnachfrage berichtet, Konkurrent Agrium hob seine Prognose an. K+S reihte sich am Montag in diese Liste ein und gab überraschend schon Eckdaten des zweiten Quartals bekannt. Der Umsatz kletterte von April bis Ende Juni um 21 Prozent auf 997 Millionen Euro, der Betriebsgewinn (Ebit I) um rund ein Fünftel auf 220 Millionen Euro. "Das Düngemittelgeschäft bei K+S hat die Erwartungen deutlich übertroffen", erklärte NordLB-Analyst Thorsten Strauß.

Trotz der über den Erwartungen liegenden Entwicklung im Düngemittelgeschäft ließ K+S seine Jahresprognose unangetastet. Das Unternehmen geht bei einem stabilen Umsatz weiter von einem moderaten Rückgang des Betriebsgewinn aus. Grund dafür ist das schwache Salzgeschäft, das wegen des zeitweise milden Winters in Europa und den USA bisher deutlich schlechter gelaufen ist als im schneereichen Winter 2011.

Das Betriebsergebnis in der Salz-Sparte werde im laufenden Jahr vermutlich stark zurückgehen, bekräftigte K+S. Im wichtigsten Geschäftsbereich mit Kali-Düngemitteln geht der Konzern nun allerdings von einem leicht steigenden statt wie bisher von einem stagnierenden Betriebsgewinn aus.

Für das Gesamtjahr nannte K+S zudem erstmals konkrete Ziele: Der Umsatz soll sich demnach auf 3,9 bis 4,2 Milliarden Euro belaufen nach vier Milliarden Euro vor Jahresfrist. Der Betriebsgewinn werde leicht sinken auf 820 bis 900 Millionen Euro - nach 906,2 Millionen Euro im Jahr 2011.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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