Düngemittelhersteller
K+S kappt Prognose

Die Finanzkrise hat nun auch das lange boomende Geschäft des Salz- und Düngemittelherstellers K+S erfasst. Die im Sommer noch hohe Nachfrage nach Düngemitteln sei inzwischen geringer geworden. K+S drosselt deshalb seine Kali-Produktion bis Jahresende deutlich.

HB DÜSSELDPRF. K+S rechnet nur noch mit einem operativen Gewinn am unteren Ende der bisher für 2008 angegebenen Spanne. Das operative Ergebnis (EBIT I) werde nun eher am unteren Ende der bisher für das laufende Jahr angegebenen Spanne von 1,4 bis 1,6 Mrd. Euro liegen, teilte die im Dax gelistete Gesellschaft am Donnerstag in Kassel mit. 2007 hatte das EBIT I bei 285,7 Mio. Euro gelegen. Die Kaliproduktion solle bis zum Jahresende 2008 um insgesamt rund 400 000 Tonnen gesenkt werden. Die Finanzkrise habe eine zurückhaltendere Nachfrage in der Landwirtschaft ausgelöst, hieß es zur Begründung.

Während die Nachfrage nach Kalidüngemitteln noch während des dritten Quartals weiter auf hohem Niveau verlaufen sei und die Preise vor dem Hintergrund des weltweit knappen Angebots weiter angezogen hätten, hätten die im Zuge der Finanzkrise stark rückläufigen Getreidepreise in den vergangenen Wochen zu einer zurückhaltenderen Nachfrage der Landwirtschaft nach Düngemitteln geführt, hieß es. Dies habe das Bestellverhalten insbesondere in Europa gedämpft. Darüber hinaus komme die Nachfrage der Landwirtschaft im vierten Quartal ohnehin saisonal zur Ruhe.

Am Finanzmarkt war die Reaktion ausgesprochen negativ. Die Aktien sackten nach der Mitteilung tief in die Verlustzone. Am Mittag büßten die Titel 5,09 Prozent auf 31,16 Euro ein, während sie am Morgen noch über die Marke von 35 Euro geklettert waren. Der Dax legte zur gleichen Zeit um 4,12 Prozent auf 5 006,98 Punkte zu. Einem Händler zufolge erstickt dieser eingetrübte Ergebnisausblick zunächst den Erholungsversuch der Aktien. Seit Anfang September hatte die Aktie in der Spitze 68 Prozent verloren.

Die Produktionssenkung erstrecke sich über die kommenden Wochen bis zu den planmäßig vorgesehenen Werkspausen über die Weihnachtsfeiertage und betreffe alle deutschen Kalistandorte in Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, hieß es. Kurzarbeit oder kurzfristige Produktionseinstellungen seien derzeit nicht geplant. Die mittel- bis langfristigen Nachfragetrends seien unterdessen weiter intakt. Vor diesem Hintergrund sei eine Belebung der Nachfrage bereits im Laufe des kommenden Jahres zu erwarten.

Derweil hat K+S den Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Hessen kritisiert. Teile der Vereinbarungen erfüllten die Wirtschaft mit großer Sorge, schrieb Vorstandschef Norbert Steiner in einem am Donnerstag in Kassel veröffentlichten offenen Brief an SPD-Chefin Andrea Ypsilanti und den Grünen- Landesvorsitzenden Tarek Al-Wazir. Dabei geht es um Umweltauflagen zum Schutz der Werra und die Zukunft nordhessischer Infrastrukturprojekte.

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