Düngemittelindustrie
Kalibranche wartet auf Wende

Die Düngemittelindustrie kämpft weiterhin mit drastischen Absatz- und Ertragseinbußen. Indizien für eine Trendwende sind allenfalls im Bereich der Stickstoffdünger zu erkennen. Im Kaligeschäft dagegen bleibt die Nachfrage offenbar schwach, wie die jüngsten Quartalsberichte aus der Branche zeigen.
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FRANKFURT. In diesem Teilbereich setzt sich damit offenbar eine Art Pokerpartie fort, die schon seit mehreren Quartalen das Geschehen bestimmt. Auf der einen Seite sitzen dabei Agroindustrie und Handelsfirmen, die sich in Erwartung weiter fallender Kalipreise eisern mit neuen Bestellungen zurückhalten. Auf der anderen Seite wettet das Oligopol der Hersteller darauf, dass die Nachfrage nach diesem essenziellen Pflanzennährstoff früher oder später wieder anziehen wird und damit auch solide Preise durchzusetzen sind.

Von einer solchen Trendwende ist bisher aber wenig zu erkennen, wie jetzt die kanadische Potash Corporation of Saskatchewan einräumen musste. Der weltweit führende Kaliproduzent meldete für das dritte Quartal vielmehr einen Gewinnrückgang um vier Fünftel auf knapp 250 Mio. US-Dollar und hat seine Ertragsprognose für das Gesamtjahr abermals nach unten korrigiert. Der Umsatz schrumpfte um fast zwei Drittel, der Kaliabsatz um rund die Hälfte. „Die Unsicherheit bei den Düngemittelkäufern hält sich länger als wir erwartet hatten, aber das kann nicht endlos so sein“, kommentierte Potash-Chef Bill Doyle die Situation. Wenige Wochen zuvor hatte bereits der US-Konzern Mosaic für die drei Monate bis Ende August über einen Gewinnrückgang von gut 90 Prozent und ein Umsatzminus von zwei Dritteln berichtet.

Ebenso wie Potash Corp. und Mosaic dürften auch andere Kaliproduzenten, darunter die deutsche K+S-Gruppe, mit schwachen Zahlen für das dritte Quartal aufwarten. Zudem stehen andere Teilbereiche des Düngergeschäfts bislang ebenfalls noch unter Druck. Der norwegische Konzern Yara etwa, der vor allem auf Stickstoffdünger spezialisiert ist, verbuchte im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von mehr als 40 Prozent und einen operativen Verlust von rund 20 Mio. Dollar nach fast 800 Mio. Dollar Gewinn im Vorjahr. Immerhin berichtete das Yara-Management aber von einer wieder steigenden Nachfrage nach Stickstoff- und Phosphatdüngern, während die Nachfrage nach Kaliprodukten schwach bleibe.

Dabei spielt eine Rolle, dass Stickstoffdünger relativ regelmäßig eingesetzt werden müssen, während Landwirte auf den Kalieinsatz auch schon mal eine Saison verzichten können, ohne direkte Ertragseinbußen zu erleiden. Sowohl auf der Endverbraucher-Ebene als auch im Handel sind damit größere Mengenschwankungen möglich.

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