Düsseldorfer Konzern sucht Gespräch mit Endesa-Aktionären: Gas Natural plant Gegenschlag

Düsseldorfer Konzern sucht Gespräch mit Endesa-Aktionären
Gas Natural plant Gegenschlag

Die Spanier wollen sich im Übernahmekampf mit Eon um den Versorger Endesa offenbar so schnell nicht geschlagen geben. Aber auch auf politischer Ebene wird offenbar daran gearbeitet, den deutschen Energieriesen auszubremsen. Brüssel schickt allerdings bereits eine Warnung gen Madrid.

HB MADRID. Wie spanische Medien am Freitag übereinstimmend berichten, will Gas Natural die 29,1 Milliarden Euro schwere Offerte der Deutschen für Endesa entweder ausgleichen oder sogar leicht übertreffen. Bereits an diesem Montag werde Gas Natural das neue Gebot vorlegen. Das bisher geltende Angebot beläuft sich auf 21,30 Euro pro Aktie; Eon hatte 27,50 Euro geboten. Die Medien berichten jedoch, Gas Natural wolle das Geschäft nicht wie Eon in bar, sondern zur Hälfte in Aktien abwickeln. Gas Natural selbst wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern. Die Gerüchte ließen die Aktien des Gasversorgers an der Madrider Börse um rund zwei Prozent steigen.

Auch auf politischer Ebene wird in Spanien daran gearbeitet, Eon auszubremsen. Die Regierung beriet am Freitag in Madrid über mögliche Abwehrmaßnahmen gegen den Eon-Vorstoß. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero tritt dafür ein, dass Endesa in spanischer Hand bleibt und favorisiert daher die als feindlich eingestufte Offerte von Gas Natural. Wie die Zeitungen „El País“ und „La Vanguardia“ berichten, wird dazu über eine Gesetzesänderung nachgedacht, die der Nationalen Energiekommission das Recht einräumen würde, über die Übernahme spanischer Energieversorger durch ausländische Konzerne zu entscheiden. Bislang darf die Behörde dies lediglich bei Zusammenschlüsse zwischen spanischen Unternehmen.

In Brüssel wird das gar nicht gern vernommen: Die EU-Kommission warnte die spanische Regierung davor, mit einer Gesetzesänderung die Übernahme des Energieversorgers durch Eon zu verhindern. „Die Kommission hat die ausschließliche Kompetenz, diese Fusion zu prüfen“, sagte ein Sprecher am Freitag in Brüssel. Die EU-Behörde bereitet außerdem zwei Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Madrid wegen spanischer Energiegesetzes vor. Diese gäben dem Staat ein nicht zulässiges Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen.

Eon selbst sucht unterdessen das Gespräch mit Endesa-Großaktionären in den USA und Europa. Konzernchef Wulf Bernotat sagte dem „Spiegel“ in einer vorläufigen Bilanz: „Der erste Aufschlag war äußerst gelungen. Das heißt aber noch nicht, dass der Kauf bereits gelaufen ist.“

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