Düstere Prognosen
Autobauer treten voll auf die Kostenbremse

Die Absatzflaute zwingt immer mehr Autohersteller zu schärferen Einsparungen. Der schwer angeschlagene US-Autokonzern General Motors stimmte seine Opel.Mitarbeiter auf harte Einschnitte ein, Daimler will seine Sparanstrengungen intensivieren und BMW erwartet einen weiteren Nachfrage-Rückgang.

HB FRANKFURT. GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster führt nach eigenen Angaben Gespräche mit den Opel-Arbeitnehmervertretern über Einsparmöglichkeiten. "Werksschließungen, Werksverkäufe oder Arbeitsplatzabbau stehen dabei nicht auf der Tagesordnung", sagte Forster der "Welt am Sonntag". Ein Sparpaket will Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nur unter Bedingungen akzeptieren. "Wir wollen das Geschäft von GM in Europa auf neue Füße stellen und das ebenso wie eine mögliche Bürgschaft vertraglich absichern. Das kann bis zu einer Beteiligung der Mitarbeiter an Opel reichen", sagte Franz dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Das Direktorium von GM zieht laut "Wall Street Journal" auch eine Insolvenz des US-Konzerns in Erwägung. Das Gremium sehe dies als eine Option, berichtete die Zeitung am Freitagabend auf ihrer Internetseite unter Berufung Kreise. Damit würde das Direktorium auf Konfrontationskurs zu GM-Chef Rick Wagoner gehen, der ein Insolvenzverfahren als eine unbrauchbare Alternative bezeichnet hat. GM erklärte im "Wall Street Journal" dagegen, das Direktorium habe zwar über eine Insolvenz gesprochen, sehe diese aber nicht als praktikable Lösung für die Liquiditätsprobleme an. Ein GM-Sprecher sagte, die Konzernführung tue alles, um eine Insolvenz zu verhindern.

Im Gegensatz zur prekären Lage bei GM sieht Forster keinen finanziellen Engpass bei der deutschen Tochter. "Opel ist nicht pleite", sagte er. Auch ohne staatliche Bürgschaften sei die Liquidität bis weit in 2009 gesichert. Ohne den US-Mutterkonzern sieht er für Opel aber nur wenig Überlebenschancen. Die Adam Opel GmbH habe "nur im Verbund mit unseren Landes- und Vertriebsgesellschaften eine starke Zukunft".

Auf die Zurückhaltung der Verbraucher bei der Anschaffung eines Neuwagens will Daimler mit weiteren Einsparungen reagieren. In einem Brief an die Führungskräfte habe der Vorstand auf Kostenbewusstsein hingewiesen, sagte ein Sprecher. Der "Stuttgarter Zeitung" zufolge haben die Vorstände in dem Brief deutlich gemacht, dass die eingeleiteten Sparmaßnahmen nicht ausreichten. "Wir müssen überall deutlich nachlegen", zitierte die Zeitung aus dem Schreiben. Sämtliche Investitionen stünden auf dem Prüfstand.

Um der rückläufigen Nachfrage zu begegnen, stoppt der indische Autobauer Tata Motors einem Zeitungsbericht zufolge die Produktion in seinem Werk in Jamshedpur für fünf Tage. Damit solle verhindert werden, dass sich die Lagerhallen füllten, berichtet die Zeitung "Financial Express" am Sonntag. Die britische Tata-Tochter Jaguar verhandelt einem Bericht der "Sunday Times" zufolge mit der Regierung über einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Pfund (1,2 Mrd. Euro).

BMW-Chef Reithofer sagte "Euro am Sonntag", er gehe im ersten Halbjahr 2009 von einem Rückgang des Gesamtmarktes weltweit um zehn Prozent aus. "Danach können wir möglicherweise auf eine langsame Erholung hoffen." Auch der fränkische Autozulieferer Schaeffler erwartet düstere Zeiten: "Das kommende Jahr wird für uns alle nicht einfach - und das weltweit", sagte Eigentümerin Maria-Elisabetz Schaeffler der "Bild am Sonntag".

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