Dufthersteller
Symrise versprüht Zuversicht

Trotz Schuldenkrise auf dem Heimatmarkt kann sich der niedersächsische Aromaproduzent mit seinen Zahlen sehen lassen. Besonders das Lateinamerika-Geschäft brummt. Es riecht nach einem ansehnlichen Gewinn-Plus.
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FrankfurtDer Duft- und Aromenhersteller Symrise lässt sich von der zunehmenden Konjunkturabkühlung in Europa nicht aus der Bahn werfen. Brummende Geschäfte mit Großkunden sowie eine kräftige Nachfrage aus Süd- und Nordamerika treiben die Ergebnisse an. Nach einem überraschend deutlichen Gewinnzuwachs im zweiten Quartal bestätigte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram am Donnerstag die im Mai erhöhten Geschäftsziele. „Auch wenn mit Blick auf die Entwicklung der Eurozone nach wie vor viele Fragezeichen bestehen, gehen wir für das zweite Halbjahr von einer anhaltenden Wachstumsdynamik aus“, gab sich Bertram optimistisch. Die weltweite Nummer vier der Branche baute von April bis Ende Juni ihren operativen Gewinn (Ebitda) um 13 Prozent auf 87 Millionen Euro aus. Analysten hatten weniger erwartet.

Die Börse reagierte prompt. Mit einem Kursplus von zeitweise 2,2 Prozent auf 25,96 Euro war die Symrise-Aktie einer der stärksten Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Symrise-Chef Bertram steuert im Gesamtjahr ein Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent an. Dabei soll das Geschäft 2012 eine stabile operative Rendite (Ebitda-Marge) von rund 20 Prozent abwerfen. „Zusätzliches Wachstum erwarten wir aus unserer neuen Mentholanlage, die seit Ende Juni in Betrieb ist“, sagte der Manager. Symrise fahre die Anlage auf das volle Niveau hoch. Die Nachfrage nach Menthol war zuletzt kräftig gestiegen. Die Substanz ist in fast jeder Zahnpasta enthalten und wird zudem in Bonbons und in Kaugummis als Geschmacksstoff verwendet.

„Wir haben im zweiten Quartal weiter Fahrt aufgenommen“, sagte der Symrise-Chef. Der Rivale des Schweizer Branchenprimus Givaudan und der US-Gruppe International Flavors & Fragrances setzte von April bis Ende Juni 438,9 Millionen Euro um - ein Plus von 11,1 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 41 Millionen Euro und damit 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Besonders rund liefen zuletzt die Geschäfte in Lateinamerika. Brasilien sei mittlerweile der zweitgrößte Parfüm-Markt, sagte Bertram. Symrise werde in dem Land bald die Nummer Drei der Branche sein. Im zweiten Quartal schnellte der Konzernumsatz insgesamt in Lateinamerika um 26 Prozent nach oben. Aber auch in Nordamerika setzte das Unternehmen aus Holzminden in Niedersachsen 25 Prozent mehr um als vor Jahresfrist. In der Region Asien/Pazifik lag das Umsatzplus bei 17 Prozent. Dagegen bremste die Euro-Schuldenkrise in Europa. Dort reichte es für Symrise nur zu einem Umsatzzuwachs von einem Prozent.

Mit seinem Quartalsbericht setzte sich Symrise deutlich ab vom Branchenprimus Givaudan. Die Schweizer waren vor wenigen Tagen an der Börse mit ihren Halbjahreszahlen durchgefallen, obwohl der Konzern mehr umsetzte und verdiente. Viele Analysten hatten aber mit einer höheren Gewinnmarge gerechnet. Die Kommentare zu Symrise fielen dagegen positiv aus. „Falls sich der Trend des zweiten Quartals stabilisiert, könnte Symrise möglicherweise das obere Ende seiner in Aussicht gestellten Spanne beim Umsatz erreichen“, schrieb BHF-Bank-Analystin Annett Weber.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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