Duisburger Hafen sucht sein Heil in der Logistik
Duisburg: Kosmetikvertrieb auf der Schrottinsel

Wenn man im Ruhrgebiet vom Strukturwandel spricht, kann vieles gemeint sein: In Oberhausen steht auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerkes das größte Einkaufszentrum der Republik, in Bottrop schlängelt sich auf einer Abraumhalde die längste Indoor-Skihalle Europas, in Essen lockte die Stadt ein Musical in die ehemaligen Werkshallen von Krupp.

DÜSSELDORF. In Duisburg geht man ganz andere Wege: Auf dem Gelände des ehemalige Krupp-Stahlwerkes in Rheinhausen entsteht eine der größten Gewerbeflächen Deutschlands. Industrie und Logistik sollen hier eine neue Zukunft finden. 250 Firmen haben sich mittlerweile auf einem 1 000 Hektar großen Gelände angesiedelt. Neben ihren Bürogebäuden verweisen verwitterte Schilder mit der Aufschrift „Kohleninsel“ und „Schrottinsel“ auf Duisburger Industrietraditionen aus einem anderen Jahrhundert.

„Wir haben die Flächen und wir haben ein Konzept“, wirbt Erich Staake, Vorstandssprecher der Duisburger Hafen AG, dem größten Binnenhafen Europas. 300 000 Tonnen Schrott hat Duisport auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks wegschaffen lassen, für 200 Mill. Euro wurde eine neuen Infrastruktur aus dem Boden gestampft. Und Staake rasselt Duisburgs Vorzüge herunter: Vier Autobahnkreuze und natürlich der Rhein liegen direkt vor der Haustür. Eine eigene Eisenbahn fährt jede Woche 70 Ziele in ganz Europa an.

Der Kampf um Logistikkunden ist hart, für viele Industriestandorte in Deutschland bietet die Branche die letzte große Chance, Arbeitsplätze in großem Stil zu halten. Beispiel Leipzig: Bis zu 7 000 Jobs sollen direkt oder indirekt durch die Ansiedlung des DHL-Luftdrehkreuzes entstehen. In ganz Deutschland ist die Logistik mittlerweile der viertgrößte industrielle Arbeitgeber: 2,6 Millionen Menschen verdienen hier ihr Geld.

„2 000 Leute haben wir hier schon in Arbeit gebracht“ ,sagt Duisport-Chef Staake und verweist stolz auf seine Ansiedlungen. Die Kosmetikfirma Shiseido zum Beispiel hat ihr Europazentrum von Mailand nach Duisburg verlegt. Der Computerbauer Hewlett-Packard lässt hier seine Drucker für ganz Europa mit Farbkartuschen bestücken. „Added Value“ heißt das Prinzip: Kurz vor der Auslieferung an den Kunden vervollständigt ein letzter Arbeitsschritt das Produkt.

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