Dupont und Celanese senken Gewinnprognosen
Chemiebranche blickt skeptisch nach vorn

Die weltweite Chemieindustrie bereitet sich angesichts der Finanzkrise auf schwierigere Zeiten vor. Die Branche rechnet nicht nur mit Nachfragerückgängen in Nordamerika und Europa. Zugleich erwarten viele Anbieter, dass sie die anhaltend hohen Rohstoffkosten nicht mehr länger über Preissteigerungen an ihre Kunden weitergeben können.

FRANKFURT. Der führende US-Chemiekonzern Dupont senkte gestern die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Vor allem die Aussichten für das Geschäft im eigenen Land sieht Dupont skeptisch. Im dritten Quartal sank der Inlandsumsatz dem Konzerns bereits um zwei Prozent. Allerdings: Dies konnte durch die guten Verkäufe im Ausland und durch Preissteigerungen noch mehr als wettgemacht werden. Der Gesamtumsatz stieg um 9,3 Prozent auf 7,3 Mrd. Euro.

Auch bei der Gewinnentwicklung schlugen sich die konjunkturellen Folgen der Finanzkrise im dritten Quartal noch nicht voll durch: Dupont hat zwar weniger verdient, führt das allerdings noch überwiegend auf Sonderbelastungen im Zusammenhang mit Sturmschäden zurück. Das Nettoergebnis brach um 30 Prozent auf 367 Mio. Dollar ein.

Auch der weltgrößte Acetyl-Hersteller Celanese aus Dallas hat nach einem recht guten Quartal seinen Ergebnisausblick für 2008 zurückgenommen. Der Netto-Umsatz stieg im dritten Quartal noch um 16 Prozent auf 1,82 Mrd. Dollar, allerdings ebenfalls in erster Linie aufgrund von Preissteigerungen.

Der saudische Chemieriese Sabic erklärte bereits, dass man sich nach dem ersten Gewinnrückgang seit mehr als zwei Jahren angesichts der globalen Finanzkrise auf harte Zeiten vorbereite. Die erwartete weltweite Rezession könnte zu einer Abschwächung der Nachfrage nach Chemie-Produkten führen, befürchtet Sabic-Chef Mohammed Al-Mady.

Ähnlich werden die Berichte und Prognosen der deutschen Chemiefirmen in den nächsten Tagen ausfallen. Weil die Weitergabe höherer Kosten vor allem für Rohstoffe nun nicht mehr so einfach sein wird, könnte der Chemie-Zug deutlich an Fahrt verlieren. Die immer noch langfristig betrachteten hohen Rohölpreise und die weiterhin hohe Eurobewertung sowie nicht zuletzt auch bürokratische Auflagen wie die Neugestaltung des Emissionshandels für die energieintensive Chemieindustrie können das Geschäft der deutschen Chemie gefährden.

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