Dupont und Dow Chemical
Ein neuer Chemieriese

Jetzt ist es offiziell: Die US-Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont wollen zusammen gehen – um sich danach in drei Teile aufzuspalten. Mehr als 10.000 Arbeitsplätze könnten wegfallen.

Geschichte wird geschrieben: Die beiden im 19. Jahrhundert gegründeten Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont gehen zusammen. Dow Dupont soll der neue Chemieriese mit einem Marktwert von rund 130 Milliarden Dollar heißen, der den bisherigen Marktführer BASF verdrängt. Nach Umsatz bleiben die Deutschen allerdings Nummer Eins.

Mit der Fusion wollen die beiden amerikanischen Unternehmen Kosten einsparen, die Branche steht aufgrund fallender Preise derzeit unter Druck. So verkündete Dupont für 2016 eine schwache Prognose, die Aktie fiel zum Börsenbeginn um fast fünf Prozent. „Die Fusion verändert die Branche grundlegend“, sagte Andrew Liveris, Chef von Dow Chemical.

Um die Zustimmung der Kartellbehörden zu erhalten, will sich der Großkonzern später in die drei Geschäftsteile auftrennen: Agrochemie, Kunststoffe und Spezialprodukte. Laut Analyst Jeffrey Stafford von Morningstar werden jeweils die besten Produkte von den einzelnen Bereichen herausgenommen – was deren Marktposition stärken wird.

Dabei werden Arbeitsplätze wegfallen. Derzeit beschäftigt Dupont 63.000 Angestellte, Dow Chemical 53.000. Nur Dupont machte konkrete Angaben. Es will zehn Prozent der Belegschaft abbauen. Für Abfindungen und andere Kompensationen stellt es 650 Millionen Dollar zurück. Kommt es bei Dow Chemical zu ähnlichen Einschnitten, fallen fast 12.000 Stellen weg.

Die Fusion wird als „unter Gleichen“ geführt, jeder Aktionär erhält jeweils für eine Aktie von einem der Unternehmen eine des anderen. Bis zur Aufteilung führt Edward Breen die Geschäfte, der erst vor gut zwei Monaten den Chefsessel bei Dupont übernahm. Seine Vorgängerin Ellen Kullman hatte sich gegen die Fusionspläne von Dow-Chef Liveris heftig und lange gewehrt. Sie musste aber im vergangenen Oktober zurück treten, auch unter Druck von Aktionärsaktivisten wie Nelson Peltz oder Daniel Loeb, die größere Aktienpakete erworben hatten. Liveris soll den Titel des Vorsitzenden des Verwaltungsrats erhalten.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York
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