Durch Gas-Boom in USA
Linde und BASF setzen auf neue Geschäfte

Der Schiefergas-Boom in den USA macht vielen Unternehmen Hoffnung: Deshalb setzen der Chemieriese BASF und der Industriegase-Konzern Linde auf neue Geschäfte – mit einem neuen Verfahren zur Butadien-Gewinnung.
  • 1

FrankfurtDer Chemieriese BASF und der Industriegase-Konzern Linde versprechen sich neue Geschäfte durch den Schiefergas-Boom in den USA. Zusammen wollen beide Unternehmen Verfahren für die Herstellung der Grundstoffchemikalie Butadien aus dem Erdgas-Produkt Butan entwickeln, wie Linde und BASF am Dienstag mitteilten. Butadien wird unter anderem zur Kunststoff-Produktion und zur Herstellung von synthetischem Kautschuk für Autoreifen benötigt. Die Chemikalie wird in großen petrochemischen Basisanlagen – so genannten Crackern – als ein Nebenprodukt erzeugt.

Aktuell wird zur Herstellung von Butadien in Crackern fast ausschließlich Rohbenzin (Nafta) als Ausgangsstoff genutzt. In den USA laufen Cracker-Anlagen aber zumeist auf Erdgas-Basis und auch aktuell geplante Chemie-Großanlagen dort wollen günstiges Erdgas als Ausgangsstoff nutzen. BASF und Linde erwarten daher, dass neue Verfahren zur Gewinnung von Butadien aus dem Erdgas-Produkt Butan zunehmend gefragt werden. Linde zählt im Großanlagenbau zu den Experten für Petrochemie-Anlagen. Erst am Montag hatten die Münchener mitgeteilt, zusammen mit der Firma Siluria Technologies aus San Francisco ein Verfahren zur Großproduktion von Ethylen aus Erdgas zur Marktreife zu bringen.

Wegen des Schiefergas-Booms verlagern immer mehr Unternehmen der Chemieindustrie ihre Produktion in die USA. BASF kündigte Anfang Mai an, für eine Rekordinvestition von voraussichtlich mehr als eine Milliarde Euro eine neue petrochemische Großanlage an der US-Golfküste zu errichten. Die geplante Großanlage soll aus Erdgas Propylen herstellen, einen wichtigen chemischen Grundstoff für Autolacke, Waschmittel und Superabsorber für Windeln. Für BASF ist das die bislang größte Einzelinvestition.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Durch Gas-Boom in USA: Linde und BASF setzen auf neue Geschäfte "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mein erster Gedanke beim Lesen des Titels war: es ist eben das bekannte "dumb" German Money, das immer dann in die USA fließt, wenn die Einheimischen verzweifelt einen Dummen suchen, der ihnen die "Werte" ihres momentanen Schneeballsystems abkauft. Kann man so seit rund 10-20 Jahren immer wieder beobachten.

    Zum Glück für die beiden Firmen ist es aber nicht so, sondern sie wollen nur das Gas nutzen um Chemie damit zu machen und nicht selber zu bohren anfangen.

    Der Shale-Gas-Boom der USA trägt sich wirtschaftlich nämlich nicht - die Förderunternehmen machen keine Gewinne, selbst nicht bei den derzeitig relativ hohen Ölpreisen (als Preis-Referenz) und zwar weil die Gasquellen schneller erschöpft sind als ursprünglich angenommen. Daher müssen diese Firmen ständig neue bohren, und bohren und bohren ... um noch statistisch steigende Gasförderung vorweisen zu können, damit das Ponzischema mit Aufdruck "Wachstumsmarkt" aufrechterhalten werden kann - bis eben das ausländische bzw. (das besonders beliebte) deutsche "Dumb Money" die einheimischen Investoren "ablöst" - bevor der Schwindel auffliegt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%