Durch Sperrminorität der Kommunen
Roels beim RWE-Umbau vorerst gescheitert

RWE-Chef Harry Roels trifft beim Umbau des Essener Energieriesens auf erbitterten Widerstand der kommunalen Aktionäre.

HB DÜSSELDORF. Die Gesellschafterversammlung der Kommunalen Aktionärsvereinigung der Konzerntochter RWE Gas hat sich bereits am Montag abend mit 45 zu eins Stimmen gegen die drohende Zerschlagung von RWE Gas ausgesprochen. Dies erfuhr das Handelsblatt (Mittwochausgabe) aus unternehmensnahen Kreisen. Damit sind Roels Pläne, ab dem 1. Oktober die Strom- und Gassparte in einer Erzeugungs- und einer Vertriebsgesellschaft zusammenzulegen, vorerst gescheitert.

Die kommunalen Aktionäre von RWE Gas haben eine Sperrminorität, mit der sie den von Roels geplanten und vom Konzern-Aufsichtsrat bereits gebilligten Umbau verhindern können. Sollten die kommunalen Aktionäre nicht einlenken und ihren rund 20-prozentigen Anteil an RWE Gas nicht verkaufen, würde Roels sein Hauptziel verfehlen, dem Kunden alle Energieerzeugnisse aus einer Hand anzubieten. Ein Sprecher des RWE-Konzerns wollte sich am Dienstag nicht zu dem Streit äußern.

Die RWE-Führungsspitze hatte darauf gesetzt, den Widerstand der kommunalen Aktionäre mit einem „attraktiven Angebot“ zu brechen. Produktionsvorstand und RWE-Gas-Aufsichtsratschef Gert Maichel ging offenbar in Unkenntnis der kommunalen Entscheidung noch am Dienstag davon aus, „spätestens im Herbst zu einem greifbaren Ergebnis zukommen“. Im Kern wurde den Aktionären angeboten, ihre Beteiligung an RWE Gas in Anteile an der in Dortmund geplanten Regionalgesellschaft Nord zu tauschen. Außerdem sollte ihnen eine Entschädigung für ihre Dividende garantiert werden.

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