Durchbruch
Thyssen-Krupp vor Verkauf von griechischer Werftentochter

Nach langem Gezerre hat Thyssen-Krupp sich mit der griechischen Regierung über einen Verkauf der verlustreichen Werftentochter HSY geeinigt. Die Differenzen sind ausgeräumt - der Weg für die arabischen Käufer ist frei.
  • 0

HB ATHEN. Der Mischkonzern Thyssen-Krupp steht kurz vor einem Verkauf seiner verlustreichen griechischen Werftentochter HSY. Nach langem Gezerre mit der Regierung in Athen gaben beide Seiten am Donnerstag einen Durchbruch bekannt. Damit dürfte das Unternehmen ein Paket von 75,1 Prozent an Hellenic Shipyards (HSY) nun endlich an den arabischen Schiffbaukonzern Abu Dhabi Mar veräußern können. Thyssen-Krupp gab am Abend bekannt, mit Käufer und Regierung sei Einigkeit über die Vertragstexte erzielt worden. Auch das griechische Verteidigungsministerium sprach von einer Übereinkunft, ohne sich zu Inhalten zu äußern.

Die Verhandlungen seien „hart und schmerzhaft“ gewesen und hätten mehrfach vor dem Scheitern gestanden. Bereits im März hatte Thyssen-Krupp mit der Regierung in Athen und Abu Dhabi Mar eine Einigung in Grundzügen erzielt.

Doch Differenzen zwischen dem Essener Konzern und der Regierung erschwerten den Abschluss. Griechenland hatte die Abnahme einiger U-Boote wegen angeblicher Mängel abgelehnt, wodurch ThyssenKrupp nach früheren Angaben auf einer Rechnung von mehreren Hundert Mio. Euro sitzen blieb. ThyssenKrupp hatte HSY, die größte Werft im östlichen Mittelmeerraum, 2005 komplett übernommen.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Konzern aus weiten Teilen seines Werftengeschäfts zurückgezogen, das ihm hohe Verluste eingebrockt hatte. Abu Dhabi Mar hatte bei dieser Umstrukturierung bereits einen Großteil der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss sowie zivile Einrichtungen der Howaldtswerke-Deutsche Werft übernommen.

Kommentare zu " Durchbruch: Thyssen-Krupp vor Verkauf von griechischer Werftentochter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%