Durchgerostete Ölpipelines
Conoco-Phillips lernt aus den Fehlern von BP

Der britische Ölkonzern BP ist mit seinen Problemen in Alaska nicht allein. Auch der drittgrößte amerikanische Förderer Conoco-Phillips ist von der Umweltbehörde Alaskas ermahnt worden, seinen Rostschutz zu verbessern. Grund waren mehrere Lecks an Leitungen in Kuparuk, dem drittgrößten Ölfeld der USA. Anders als BP ist Conoco-Phillips den Auflagen der Umweltbehörde aber umgehend nachgekommen.

DÜSSELDORF. Nachdem Mitarbeiter im März den Austritt von 2 500 Litern Abwasser bemerkten, wurde die betroffene Leitung stillgelegt und repariert. Dies wurde von der Umweltbehörde bestätigt. Die „Anchorage Daily News“ berichtet darüber hinaus, Conoco säubere die Rohre in Kuparuk nun alle vier Wochen. Bisher lag das Intervall bei sechs Monaten.

„Conoco hat offenbar aus den Fehlern von BP gelernt“, sagte Leslie Pearson, die Einsatzleiterin der Behörde, dem Handelsblatt. Der Grund für die Lecks in Kuparuk sei offenbar ein deutlich reduzierter Einsatz von Rostschutzmittteln gewesen. Dies habe daran gelegen, dass es Lieferschwierigkeiten bei einer dazu nötigen Pumpe gab. Dass Conoco seine Rohre nun intensiver auf Rostbefall untersucht, sei zu begrüßen.

BP hatte in den vergangenen Jahren trotz mehrfacher Ermahnung durch die Behörden genau dies nicht getan. Die Rohre in Prudhoe Bay, dem größten Ölfeld der USA, wurden zwar von außen überprüft, nicht aber von innen. Dies wurde teilweise damit begründet, dass sich zu viel Schlamm in den Rohren angesammelt hatte, um ein so genanntes Smart Pig, eine mit Sensoren ausgerüstete Sonde, durch die Rohre zu schicken. Im März 2006 liefen 800 000 Liter Rohöl aus. Wegen der Versäumnisse dauern mehrere Verfahren gegen BP an.

Nach Angaben der Umweltbehörde gibt es in Alaska jedes Jahr 2 000 Ölverschmutzungen, 300 davon am arktischen Nordrand.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
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