Durchleitung von Strom und Gas
Netzagentur kappt Eon und Co. die Gebühren

Die Bundesnetzagentur hat die Gebühren großer Energieversorger beschnitten. Demnach dürften diese für die Durchleitung von fremden Strom und Gas durch ihr Netz nicht so viel verlangen wie sie ursprünglich wollten. Die Preissenkung, so der Plan der Behörde, soll letztlich dem Endkunden zugute kommen.

HB BONN. Die Behörde kürzte dem Betreiber Eon Netz GmbH die beantragten Kosten für sein Stromnetz um rund 16 Prozent, wie der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth, am Mittwoch in Bonn mitteilte. Auch der Weiterverteiler RWE Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz GmbH kann nur um rund 10 Prozent niedrigere Durchleitungsgebühren für Strom verlangen. Die Tarife gelten vom 1. September an und laufen bis Ende 2007. Bescheide für weitere 20 größere Stromnetzbetreiber stehen laut Kurth vor dem Abschluss, womit dann rund 80 Prozent des regulierten Marktvolumens entschieden sei. Vor ein paar Wochen hatte Kurth bereits die Netzentgelte von RWE, EnBW und Vattenfall Europe gekürzt.

Niedrigere Netzentgelte hätten auch für den Endkunden eine „signifikante“ Auswirkung auf den Strompreis, sagte Kurth. Das Netzentgelt fließe zu mehr als einem Drittel in den Endpreis ein, während die Bezugskosten nur knapp ein Viertel ausmachten. Die Versorger argumentieren bei Preiserhöhungen oft mit erhöhten Bezugskosten.

In diesem Jahr müssen sich die Stromkonzerne ihre Stromnetzentgelte zum ersten Mal genehmigen lassen. Für die rund 250 größten Unternehmen ist die Bundesnetzagentur zuständig, für die anderen sind es die Wirtschaftsministerien der Länder. Die Beschlüsse gelten als entscheidend für den Wettbewerb auf dem Energiemarkt. Neue Anbieter hatten in der Vergangenheit die Kalkulation der Entgelte kritisiert und sich durch überhöhte Gebühren benachteiligt gefühlt.

Eon erklärte, seine Tarife würden um 9 Prozent günstiger als bisher. Die Kürzungen von der Netzagentur würden damit direkt an die Kunden weitergegeben. Zu den Auswirkungen der Regulierer-Entscheidung auf die Haushaltskunden äußerte sich Eon Energie zunächst nicht.

Kürzungen auch beim Gas

Aucb bei Nutzungsgebühren für Gasleitungen legt die Netzagentur Hand an. Hier traf sie am Mittwoch ihre ersten Entscheidungen. Der Eon Thüringer Energie AG wurden 9,5 Prozent der beantragten Kosten nicht anerkannt. Bei der Eon Mitte AG wurden 11 Prozent der geltend gemachten Netzkosten nicht akzeptiert.

„Sinkende Netzentgelte wirken sich unmittelbar auf den Gaspreis aus,“ sagte Kurth. Immerhin machten sie rund 20 Prozent des Endpreis aus.

Die nun genehmigten Tarife sind sofort wirksam und gelten bis zum 31. März 2008. Die Regulierungsbehörde hatte die Kalkulation der Gasnetzbetreiber insbesondere im Bereich des Sachanlage- und Umlaufvermögens sowie bei der Eigenkapitalverzinsung nicht vollständig anerkannt.

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