Durchschlagende Erfindungen prägen Unternehmenshistorie
Der erste Weltkonzern aus Gütersloh: Miele

Geblieben ist der Weltruhm. Ob Waschmaschinen, Staubsauger, Trockner oder Geschirrspüler – Miele ist häufig Testsieger bei Produkten und Dienstleistungen, räumt Designpreise ab und steht für Lifestyle und Luxus. „Wenn Investoren Luxuswohnungen planen, dann setzen sie überall auf der Welt auf die Marke Miele“, sagt Miele-Geschäftsführer Reto Bazzi.

Die Marke Miele ist insofern von jener Melange aus Eigenschaften geprägt, die sich der Westfale gerne selbst zuschreibt. Einfallsreich will er sein, qualitätsbewusst und von einfachem Humor – so wie jener legendäre Werbespruch aus den zwanziger Jahren, den viele bis heute aufsagen können: „Nur Miele, Miele! Sagte Tante, die alle Waschmaschinen kannte.“

Die traditionsbewussten Miele-Menschen erinnern gern an solche Marketing- und Produktideen. Noch für einige Wochen ist im kleinen Gütersloher Stadtmuseum die Ausstellung „Wasser, Luft und Miele“ zu sehen. Sie erinnert daran, dass vor 75 Jahren Geschirrspüler und Staubsauger eingeführt wurden.

Der erste Staubsauger machte Weltkarriere mit einem lateinisch klingenden Produktnamen, der an den Firmenslogan erinnert: „Melior“ - (immer) besser. Dessen Nachfolger heißen heute wie Autos (S 251i) oder Bodenschätze (Titanium), sind aber ähnlich begehrt – wieder. Denn auch Traditions- und Qualitätsmarken sind vor dem Zeitgeist nicht gefeit. Die Schnäppchenjagd nach Billigprodukten machte Miele schwer zu schaffen.

Noch Mitte des vergangenen Jahres war von „dramatisch schrumpfenden Margen“ die Rede, von „Notmaßnahmen“ und „Kapazitätsanpassungen“. Erstmals in der 105-jährigen Firmengeschichte musste im vergangenen Jahr in Gütersloh Kurzarbeit verordnet werden – ein Schock für die Beschäftigten wie für die Bürger der Stadt. Heute, ein Dreivierteljahr später, können das Management und die Stadt wieder aufatmen. Weltweit wuchs der Konzernumsatz um 2,5 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro, sogar im Geiz-ist-geil-süchtigen Heimatmarkt Deutschland ist wieder Wachstum in Sicht.

Was mit alledem verdient wird, darüber schweigen sich die Mieleaner traditionell aus. Es werde kräftig investier (645 Mill. Euro in den vergangenen fünf Jahren), 70 Prozent des Umsatzes werde im Ausland erzielt, Bankkredite würden nicht benötigt – das war es.

Das Vermögen der Familien Miele und Zinkann wird auf 2,2 Mrd. Euro geschätzt. In den Gütersloher Kneipen erzählt man sich gern den folgenden Witz: Treffen sich Mohn und Miele. Sagt Miele: „Ich bin so reich, ich könnte ganz Gütersloh kaufen!“ Antwortet Mohn: „Ich verkaufe aber nicht."

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