Durchsuchungen bei ehemaligen Daimler-Mitarbeitern
Kampf gegen illegale Graumarktgeschäfte

Die Betrugsaffäre bei Daimler-Chrysler zieht immer weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ihre Ermittlungen gegen Ex-Mitarbeiter des Konzerns ausgeweitet.

HB FRANKFURT. In Berlin, München und Stuttgart seien Büros und Wohnungen ehemaliger Daimler-Mitarbeiter und anderer Personen durchsucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Es werde gegen insgesamt elf Personen wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil der Daimler-Chrysler-AG und teilweise wegen Bestechlichkeit ermittelt. Insgesamt seien 13 Objekte durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt worden. Diese würden nun ausgewertet. Ein Ende der Ermittlungen sei noch nicht abzusehen.

Eine Konzernsprecherin sagte, sie könne nicht sagen, um wie viele ehemalige Mitarbeiter des Konzerns es sich bei den Ermittlungen handele. „Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, die meisten Personen seien Ex-Daimler-Mitarbeiter“, sagte sie. Das Unternehmen hätte selbst interne Ermittlungen eingeleitet, die derzeit aber noch nicht abgeschlossen seien. „Wir hatten anonyme Hinweise zu Unregelmäßigkeiten in einigen Teilbereichen des Konzerns erhalten und sind diesen nachgegangen.“ Es seien auch schon personelle Konsequenzen gezogen worden, sagte sie.

Daimler-Chrysler hatte zwei hochrangige Vertriebsmitarbeiter wegen möglicher Unregelmäßigkeiten entlassen. Neben dem Deutschland-Vertriebschef für Mercedes-Benz und Maybach war auch der Chef der Hamburger Niederlassung von Daimler-Chrysler seines Amts enthoben worden. Seit Montag ist zudem der Chef der Leipziger Mercedes-Niederlassung beurlaubt. Bereits im Dezember war der Deutschland-Vertriebschef in den Ruhestand geschickt worden.

Die Ermittlungen richteten sich gegen ehemalige Mitarbeiter, die unter anderem im Vertrieb oder der Bauabteilung des Konzerns gearbeitet hatten, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Beim Verdacht der Untreue werde im Zusammenhang mit Bauarbeiten an Privathäusern in den Jahren 2001 bis 2003 ermittelt. Außerdem werde untersucht, ob ein Geschäftspartner von Daimler-Chrysler zwischen 2000 und 2002 Sachzuwendungen entgegen genommen habe. Der Geschäftspartner stehe unter dem Verdacht der Bestechlichkeit.

Daimler-Chrysler hatte zuletzt Ermittlungen gegen drei Manager bestätigt. Aus Firmenkreisen verlautete Mitte März, bei den Ermittlungen gehe es um „eine Mischung aus Untreue und illegalen Graumarktgeschäften mit Neufahrzeugen“. Neben der Nutzung und Inanspruchnahme von Unternehmensressourcen für private Zwecke sollen unter anderem Neufahrzeuge zum Schaden des Unternehmens mit Großkundenrabatten an nicht autorisierte Händler veräußert worden sein. Unentdeckte Graumarktgeschäfte fließen in die offiziellen Absatzstatistiken ein.

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