Durchwachsene Zwischenbilanz
Medikamenten-Kopie kostet Bristol-Myers viel Geld

Der US-Pharmariese Bristol-Myers Squibb hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Besonders ein Nachahmer-Medikament hat dem Unternehmen zu schaffen gemacht.

HB NEW YORK. Der Nettogewinn brach von Juli bis September um fast 65 Prozent auf 338 Mill. Dollar ein, wie Bristol-Myers am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn je Aktie fiel von 49 Cent im Vorjahreszeitraum auf nun 17 Cent. Vor Sonderposten belief sich der Gewinn auf 22 Cent je Aktie, immerhin 2 Cent mehr als Analysten erwartet hatten.

Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 4,15 Mrd. Dollar zurück. Zu schaffen machte Bristol-Myers vor allem die Anfang August vom kanadischen Arzneimittelhersteller Apotex auf den Markt gebrachte Kopie seines Blutverdünners Plavix. Die US-Umsätze mit Plavix gingen im Quartal um 43 Prozent auf 474 Mill. Dollar zurück. Die weltweiten Umsätze des gemeinsam mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi-Aventis vermarkteten Mittels fielen um 36 Prozent auf 630 Mill. Dollar. Mit Plavix – vom Umsatz her bislang die Nummer zwei auf dem internationalen Markt für Medikamente – hatte Bristol-Myers zuletzt rund ein Drittel seiner Gewinne verdient.

Wegen der Konkurrenz für Plavix hatten beide Firmen vor einigen Wochen ihre Gewinnprognosen gesenkt. Diese hob Bristol-Myers nun wieder an auf ein bereinigtes Ergebnis von 0,97 bis 1,02 Dollar je Aktie von zuvor „nicht weniger als 0,95 Dollar je Aktie“. Im Juli hatte der Konzern noch Gewinne zwischen 1,15 und 1,25 Dollar je Anteilsschein erwartet.

Ende August hatte ein US-Gericht den Verkauf der Apotex-Nachahmerversion mit einer einstweiligen Verfügung, die Bristol-Myers beantragt hatte, gestoppt. Nach Angaben von Bristol-Myers war bis dahin aber bereits eine große Charge der Plavix-Kopie ausgeliefert worden. Bristol-Myers-Chef Peter Dolan war Mitte September zurückgetreten, nachdem er wegen Absprachen, die den Markteintritt von billigeren Nachahmern des lukrativen Blutverdünners verzögern sollten, in die Kritik geraten war.

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