Durststrecke
Den Industriefirmen brechen die Gewinne weg

Die europäischen Unternehmen erwartet eine lange Durststrecke: Bei den meisten brechen 2009 wie schon im vergangenen Jahr die Erträge ein. Ab 2010 rechnen die Konzerne zwar ebenso wie Analysten wieder mit deutlichen Zuwächsen. Doch angesichts der gewaltigen Einbrüche wird es noch Jahre dauern, bis das einstige Niveau wieder erreicht wird.

DÜSSELDORF. "Ein tragender Aufschwung ist in Europa nicht zu erkennen", sagt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Allein Basiseffekte und damit die sehr niedrige Ausgangsposition verhelfen etlichen Unternehmen zu gewaltigen Sprüngen. So dürften europaweit die Banken ihre Nettogewinne im laufenden Jahr um durchschnittlich 37 Prozent steigen. Das belegen Daten des Finanzspezialisten Factset, wo die Prognosen der Analysten aller großen internationalen Investmenthäuser zusammenlaufen. Aber: Im Finanzkrisenjahr 2008 waren die Gewinne um 90 Prozent gefallen. Demnach werden Europas Banken in diesem Jahr nur 13,7 Prozent der Erträge einfahren, die sie im Spitzenjahrgang 2007 verbuchen konnten.

Die Tragweite solch eines gewaltigen Basiseffektes lässt sich auf viele Branchen übertragen. Anders als bei den Banken, deren Gewinne "nur" 2008 einbrachen und sich schon im laufenden Jahr wieder erholen, verringern sich in den großen Branchen Chemie, Industrie, Grundstoffe und Technologie die Umsätze und Gewinne auch 2009 noch einmal empfindlich.

Viele Unternehmen verdienen nur noch einen Bruchteil dessen, was sie 2007 einfuhren. Die Autobauer BMW und Daimler, die Stahlhersteller Thyssen-Krupp und Salzgitter sowie die Deutsche Lufthansa dürften sogar in die roten Zahlen rutschen. Andere wie der LKW-Bauer MAN schaffen zwar vermutlich so gerade eben noch Mini-Gewinne, doch diese liegen mehr als 90 Prozent unter denen von 2007. Dadurch erscheinen prognostizierte Steigerungsraten von 30 oder mehr Prozent im kommenden Jahr nicht ganz so spektakulär. Solche Zuwächse erwarten Analysten für die großen Branchen Banken, Grundstoffe, Technologie, Öl/Gas und Touristik. Selbst wenn es so kommt, laufen die meisten Unternehmen der erfolgreichen Vergangenheit noch weit hinterher. "Der Gewinntrend dreht nach oben, indem die Quartals- und Jahresprognosen wieder steigen und die Minuszeichen kleiner werden. Doch vom Boomjahr 2007 bleiben wir weit entfernt", sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank.

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